Mit Yoga im Einklang sein

Um sich in seinem Leben geborgen zu fühlen, muss man darauf vertrauen können, dass man seine Umwelt versteht und die Möglichkeit besitzt, sie zu beeinflussen. Man muss seine täglichen Herausforderungen als positiv empfinden und darf sich nicht überfordert fühlen. Das definiert Gesundheit von Körper, Geist und Seele nach der Salutogenese von Aaron Antonovsky.

Wie gehe ich mit mir angemessen um?

Man kann mit seinen Gedanken ganz weit weg sein, in der Vergangenheit oder der Zukunft. Im Yoga geht es darum, ganz im Hier und Jetzt zu sein und dadurch innere Ruhe und Entspannung zu finden. In Indien hat Yoga eine philosophische Bedeutung, bei findet man eher den körperliche Yoga. Aber auch das ist gerade wieder im Wandel. Yoga, Meditation und Achtsamkeitstraining stehen hoch im Kurs und werden inzwischen auch von den Krankenkassen bezuschusst. Spätestens seit den  70er Jahren ist Yoga immer populär geworden: Laut einer Studie 2014 des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) üben hierzulande etwa 2,6 Millionen Menschen Yoga.Es gibt etwa 20.000 Yogalehrende und es werden immer mehr.

Mit Yoga im Einklang sein

Yoga baut Stress ab und verbessert die Beweglichkeit. Das erklärte Ziel von allen Yoga-Richtungen ist es, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. So kann man zu einer besseren Gesundheit und mehr Gelassenheit finden. Mehr Beweglichkeit hilft dabei nicht nur dem Körper, sondern vor allem dem Geist. Wird man krank, lernt man nicht nur, wie man sich selbst helfen kann, sondern auch, wie man damit umgehen kann. Das ist gerade bei chronischen Erkrankungen eine wichtige Unterstützung. Die zentrale Frage im Yoga lautet: Wie gehe ich mit mir angemessen um? So bekämpft man die Krankheit nicht, sondern unterstützt den eigenen Umgang damit.

Salutogenese von Aaron Antonovsky

Symptom sind Warnsignale, die uns helfen, nach den wahren Ursachen einer Erkrankung zu suchen. Wenn wir sie identifizieren können, können wir uns anders verhalten und so die Ursache abstellen oder abmildern. Der amerikanischen Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) begründete dafür das Model der Salutogenese: Der Mensch ist nicht nur körperlich und geistig als gesund anzusehen, es sind auch die soziokulturellen Bedingungen mit einzubeziehen. Wichtig sind alle gesund erhaltenden Faktoren: Was sind die individuellen Ressourcen und Resilienz eines Menschen?

Gesund oder krank?

Dazu tragen vor allem auch ein höherer Bildungsstand und Wissen, Intelligenz, ein gesundes Selbstbewusstsein und größere finanziellen Möglichkeiten bei. Wie bei der Salutogenese betrachten auch Yoga und Ayurveda zusätzlich den Lebenswandel, die Arbeitsaufgaben und die gesellschaftliche Rolle, die wir spielen. Wir sollten uns weder über- noch unterfordert fühlen und Geborgenheit und Glück im Leben empfinden. Alle diese Bereiche werden betrachtet, wenn man überlegt, ob ein mensch als gesund oder krank bezeichnet werden kann.

Annette Bauer

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