Yoga ist kraftvoll – und hat seine Grenzen
Du praktizierst vielleicht schon seit Jahren. Du liebst es, wie dein Körper sich nach einer Stunde auf der Matte anfühlt – weicher, entspannter, geerdet. Du schätzt die Atemübungen, die Meditation, die Momente der Stille in der Gruppe, denn Yoga hat dir schon oft geholfen, zur Ruhe zu kommen, dich zu spüren und deinen Alltag hinter dir zu lassen.
Und trotzdem merkst du: Da ist noch etwas. Etwas, das auch nach der Stunde bleibt: Vielleicht ist es eine innere Unruhe, die sich nicht auflöst, oder es sind alte Gefühle, die immer wieder hochkommen. Und dann sind da die Gedanken, die kreisen und nicht loslassen wollen, vor allem nachts. Dann fragst du dich vielleicht, warum es gerade jetzt nicht hilft. Das geht mir seit der Wechseljahre auch so, wenn ich nachts wachliege. Was brauche ich anderes, mehr oder weniger?
Über drei Jahrzehnte praktiziere ich Yoga. Er hat mir unendlich viel geschenkt: Körperbewusstsein, Achtsamkeit, innere Stärke, die Fähigkeit, mich selbst zu regulieren. Er lehrt uns, mit unseren Gefühlen umzugehen, sie anzunehmen, statt sie zu verdrängen, denn er verbindet Körper, Atem und Geist auf eine Weise, die heilsam ist.
Im Yoga geht es ums Hier und Jetzt. Er hilft dir, dich im gegenwärtigen Moment zu spüren, zu atmen, loszulassen. Das bedeutet nicht, dass Yoga nicht auch therapeutisch einsetzbar ist – das nennt sich Yogatherapie. Oder du nennst es Körpertherapie und verstehst die Verbindung zur Psychotherapie, um komplexen Gefühle zu sortieren, die aus der Vergangenheit nachwirken, braucht es einen etwas anders geschützten Raum. Du spürst und benennst mit einem Therapeuten deine Gefühle, das passiert in einer Yogastunde nicht. Die Therapeutin hört dir zu und bezeugt, und kann dir damit helfen, dich von Scham oder Schuld zu befreien. Ein Gegenüber, mit dem du alte Wunden anschaust und mit dem du lernen kannst, mit dem umzugehen, was hochkommt, ohne davon überwältigt zu werden.
Wann braucht es tiefere Arbeit?
Es gibt Momente im Leben, in denen Yoga nicht ausreicht. Zum Beispiel:
- Wenn alte Gefühle immer wieder hochkommen: Du praktizierst regelmäßig, doch immer wieder steigen Traurigkeit, Wut oder Angst auf – ohne dass du genau weißt, woher sie kommen. Vielleicht merkst du in einer Yogastunde plötzlich, dass Tränen fließen, und weißt nicht warum. Wenn dich das belastet, kann das ein Zeichen dafür sein, dass dein Körper etwas freigibt, das bearbeitet werden möchte. Wenn du das Gefühl hast, das nicht zulassen zu können, wäre Körpertherapie eine Überlegung wert. Sie kombiniert Bewegung mit Gefühlen und einem Gespräch darüber.
- Wenn du in einer tiefen Lebenskrise steckst: Die Kinder sind ausgezogen, du hast dich getrennt, dein Körper verändert sich in den Wechseljahren, du weißt nicht mehr, wer du ohne deine alten Rollen bist. Yoga kann dich in diesen Phasen unterstützen, aber es ersetzt nicht die therapeutische Begleitung, die du brauchst, um diese Umbrüche wirklich zu verarbeiten.
- Wenn traumatische Erfahrungen nachwirken: Ob aus der Kindheit oder später im Leben – traumatische Erlebnisse hinterlassen Spuren im Nervensystem. Yoga kann hilfreich sein, aber Traumaarbeit braucht einen spezifischen therapeutischen Rahmen, in dem du sicher begleitet wirst.
- Wenn dein Selbstwert am Boden ist: Du fühlst dich unsichtbar, wertlos, nicht gut genug. Yoga kann dir helfen, dich zu spüren, aber es bearbeitet nicht die tiefen Glaubenssätze, die deinen Selbstwert untergraben. Da kann bewusste therapeutische Arbeit herankommen.
- Wenn du funktionierst, aber nicht lebst: Du gehst zur Yogastunde, machst die Übungen, aber innerlich bist du wie abgeschnitten. Du spürst dich nicht wirklich. Dein Leben läuft auf Autopilot. Hier braucht es mehr als Körperarbeit – es braucht einen Raum, in dem du dich selbst wiederfinden darfst.
Wie Körperpsychotherapie und Yoga zusammenwirken
Als Heilpraktikerin für Psychotherapie und Yogalehrerin verbinde ich beide Welten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie kraftvoll Yoga ist – und wo seine Grenzen liegen. Deshalb arbeite ich in meiner Praxis mit Körperpsychotherapie, die Elemente aus Yoga beinhalten können, aber tiefe geht.
In der Körperpsychotherapie nutzen wir das, was Yoga lehrt und betten das in einen therapeutischen Rahmen, in dem wir gezielt mit bearbeiten, was du mitbringst, schauen uns an, woher alte Gefühle stammen und sortieren, integrieren, bearbeiten. Manchmal lade ich Klientinnen ein, sich zu bewegen, ähnlich wie in einer Gruppenstunde – aber mit einem anderen Fokus: Wir nutzen die Bewegung, um Zugang zu Gefühlen zu finden, die festsitzen, arbeiten mit der Atmung, um das Nervensystem zu beruhigen und nutzen Körperhaltungen, um neue Erfahrungen zu machen: aufrecht stehen, Platz einnehmen, Grenzen setzen.
Betrachte das als eine Ergänzung zu deinem regulären Kurs. Viele meiner Klientinnen praktizieren weiterhin in meinen Gruppen. Aber parallel dazu arbeiten wir therapeutisch an dem, was Yoga allein nicht lösen kann.
Für wen ist diese Kombination sinnvoll?
Wenn du dich in einer oder mehreren dieser Situationen wiedererkennst, kann die Verbindung von beiden Disziplinen genau das Richtige für dich sein:
- Du praktizierst Yoga und merkst, dass tiefere Themen hochkommen
- Du bist in einer Lebenskrise und brauchst mehr als Körperarbeit
- Du hast das Gefühl, dass du beim Üben an eine Grenze kommst, aber nicht darüber hinaus
- Du suchst eine Therapeutin, die versteht, wie Körper und Psyche zusammenhängen
- Du möchtest weiter praktizieren, wünschst dir aber zusätzlich therapeutische Unterstützung
Besonders Frauen zwischen 45 und 65, die sich in Umbruchphasen befinden – Wechseljahre, Kinder ausgezogen, Trennung, berufliche Neuorientierung – profitieren von dieser Kombination. Denn in dieser Lebensphase reicht es oft nicht, nur den Körper zu bewegen. Es braucht auch den Raum, um zu verstehen, zu fühlen, zu integrieren.
Mein MenoYoga-Kurs als Ergänzung
Ab Januar 2026 biete ich einen MenoYoga-Kurs an, der speziell auf Frauen in den Wechseljahren ausgerichtet ist. Neben Yoga- und Atemübungen, Yin Elementen und Meditation, soll es auch Raum geben für deine persönlichen Themen rund um die Wechseljahre. Wir schauen uns auch an, wie du deinen Stimmungen und Symptomen mit Yoga im Alltag begegnen kannst.
Diese Gruppe ist wunderbar für alle, die körperlich arbeiten möchten, die Gemeinschaft mit anderen Frauen suchen, um zu verstehen, wir gehen früher oder später alles durch diese Phase durch. Was machen die anderen Frauen dabei für Entdeckungen? Und wenn du merkst, dass tiefer liegende Themen auftauchen – Selbstwert, Identität, alte Wunden – kann Körperpsychotherapie das ergänzen, was Yoga begonnen hat.
Wenn du Yoga liebst, aber spürst, dass du gerade mehr brauchst – lass uns sprechen. In einem kurzen Zoomgespräch von 15 Minuten erzählst du mir, wo du gerade stehst, und wir schauen gemeinsam, was das Richtige für dich ist.
Buche gern für einen Austausch mit mir einen kostenlosen Zoomcall. Jetzt buchen!