2026 sei mühelos & leicht!

Wie gestalte ich mein Leben, damit es 2026 mühelos und leicht wird? Dabei helfen mir Yoga und das Wu Wei des Tao.
Lesedauer: 6 Minuten

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Warum ich mir 2026 Leichtigkeit wünsche

Leichtigkeit – das ist mein Wort für 2026. Es soll kein Neujahrsvorsatz sein, den ich nach drei Wochen vergesse, sondern es ist mir ein echtes Anliegen: Es geht um meine innere Haltung, die ich immer wieder hinterfragen und neu ausrichten möchte.

Ich bin von zu Hause auf Effizienz gedrillt worden, also dass ich gut meine Zeit nutze, um eine Aufgabe möglichst zügig zu erledigen. Dabei war die Idee, die Dinge „richtig“ zu tun.  Heute hinterfrage ich das Konzept, indem ich innehalte und überlege, ob das überhaupt effektiv ist: Die Effektivität fragt nämlich, ob das richtige Ziel verfolgt wird. Bevor ich also losstürme, heißt es innehalten und das Ziel anschauen. Woran ich das bisher merken konnte? Immer dann, wenn ich schon wieder zu sehr um etwas ringe, wenn ich wütend werde, weil etwas nicht schnell genug geht. Oder wenn ich hektisch werde, weil meine Liste zu lang ist.

Da ist der Gegenentwurf seit geraumer Zeit schon, mehr Zeit lassen: früher aufstehen, weniger vornehmen, nur eine Sache erledigen, dann die nächste.

Natürlich werde ich es trotzdem immer mal wieder vergessen und mich dabei ertappen, wie ich wieder zu viel, zu schnell an etwas herangehe oder mich zu sehr anstrenge. Aber genau darum geht es: Immer wieder innehalten, spüren, korrigieren. Leichtigkeit soll kein Ziel sein, das ich irgendwann erreichen und abhaken kann. Leichtigkeit beschreibt den Weg, den ich gehen (und genießen) möchte.

Was Mühelosigkeit wirklich bedeutet

In meinem Artikel über Yoga und Taoismus habe ich bereits über das Prinzip des Wu wei geschrieben: Es bedeutet „Nicht-Erzwingen“ oder „Handeln durch Nichthandeln“, also Dinge geschehen zu lassen, ohne gegen den natürlichen Fluss anzukämpfen. Das bedeutet nicht, passiv zu sein, sondern genau im richtigen Moment so zu handeln, dass es sich leicht, stimmig und mühelos anfühlt. Diese alte Weisheit zeigt mir, wie ich aus meinem inneren Zentrum heraus agieren kann, ohne gegen den natürlichen Fluss anzukämpfen. Die Essenz davon möchte ich hier noch mal betonen, weil ich sie also so wichtig für das Verständnis von Leichtigkeit ansehe:

Wu wei meint, dem gegebenen Lauf der Dinge zu folgen. Es bedeutet, eine Haltung von Natürlichkeit und Spontaneität anzunehmen und die wesentlichen Dinge im natürlichen Fluss geschehen zu lassen. Das gelingt nur, wenn wir ihnen nicht im Wege stehen. Wie Gärtner*innen, die ihre Pflanzen durch Gießen und Jäten beim Gedeihen unterstützen – behutsam und wohl wissend, dass es nicht besser oder schneller geht, wenn sie an den Pflanzen ziehen!

Aber was heißt das konkret? Was ist Mühelosigkeit genau?

Wenn ich das Leben leicht nehmen möchte, bin ich dann oberflächlich oder sogar gefühllos?

Ganz klar: nein! Das hat nichts mit Oberflächlichkeit zu tun, im Gegenteil: Wer dem Leben mit Leichtigkeit begegnet, schaut tiefer hin, nimmt mehr wahr, fühlt intensiver. Denn sie entsteht, wenn du aufhörst, dich gegen das zu wehren, was ist. Unser Wollen steht dem leider oft im Weg, statt anzunehmen, was ist, und du die Dinge annimmst, sie betrachtest, ohne sie sofort bewerten oder verändern zu müssen.

Wir alle erleben Höhen und Tiefen. Die erste Trennung war schlimm. Ich dachte, das wird nie wieder gut. Dann traf ich jemand anderen. Seitdem weiß ich, es geht immer weiter. Etwas endet, etwas Neues kann entstehen. Ich setze noch einen drauf: Wenn heute etwas sehr Schönes endet, bin ich natürlich sehr traurig – und gleichzeitig neugierig, auf das, was als Nächstes kommt! An dieser Stelle möchte ich behaupten, mich immer mehr mit dem Fluss treiben lassen zu können.

Ganz schwerwiegende Herausforderungen schlagen natürlich bei mir auch wie eine Welle über mir zusammen. Strampeln hilft aber nicht, still werden schon. Auch wenn das die wirklich allerschwerste Übung ist. Gefühle wie Trauer darf Raum bekommen, zwischendurch darf ich mich aber freuen und auch mal herzhaft lachen. Ich erlaube mir einfach alle Gefühle zu fühlen, dann bleibe ich lebendig.

Das Leben leicht zu nehmen bedeutet nicht, die Schwere zu leugnen. Es bedeutet, der Schwere anders zu begegnen. Mit Mitgefühl statt mit Widerstand, mit Neugier statt Angst, mit Vertrauen statt Kontrolle.

Wenn wir uns selbst im Weg stehen

Da sind diese Phasen, in denen du mit zu viel Anstrengung, Übereifer, unnötigem Aktionismus an etwas herangehst: Du rennst von einer Aufgabe zur nächsten, dein Kopf ist voll mit Plänen, deine Schultern gebeugt unter der Anstrengung und dein Atem flach. Am Abend bist du erschöpft, und trotzdem hast du das Gefühl, nichts wirklich erreicht zu haben, weil du deine Energie in unfruchtbare Handlungen gesteckt hast. Nur, um zu handeln.

Dabei ist das Hindernis oft nicht im Außen, es sitzt in dir. Dein Geist plappert unentwegt, springt von Vergangenheit zu Zukunft und wieder zurück. Vorfreude, Ärger, Hoffnung, Furcht – unsere Gedanken schweifen ständig umher. Dabei verpasst du den Augenblick, weil du nicht wirklich da bist.

Nachts um 3 Uhr ist es am schlimmsten, dann wird gegrübelt und sich Sorgen gemacht. Horrorszenarien spielen sich vor dem inneren Auge ab, an Schlaf ist nicht zu denken! Und genau das ist der Punkt: Du bist zu sehr im Kopf, nicht in deinem Körper. Yoga kann helfen, dich aus dem Kopf zu holen, und zwar über den Atem. Das kannst du auch nachts ausprobieren, indem du dich auf deine Ausatmung fokussierst.

Und inhaltlich entstehen Gedanken immer in Bezug zu schon Bekanntem und Erinnertem und gehören der Vergangenheit an, gleich, womit sie sich befassen mögen. Auch wenn wir in die Zukunft planen, greifen wir auf Erfahrungen zurück, die wir früher gemacht haben. Das Denken führt dich weg aus der Gegenwart, wenn du ein unmittelbares Erlebnis interpretierst und bewertest, statt es direkt zu erfahren.

Deshalb haben wir verlernt, dem natürlichen Fluss zu vertrauen und glauben, alles kontrollieren, planen und verstehen zu müssen. Aber diese ständige Anstrengung schottet ab von der erlebten Gegenwart. Auch dich.

Schritte zur Leichtigkeit

Wie kommst du also zurück zur Mühelosigkeit? Wie findest du diesen natürlichen Rhythmus wieder?

  • Schritt 1: Die innere Stille kultivieren – Das unentwegte Plappern deines Geistes zur Ruhe bringen – das ist der erste Schritt. Nicht, indem du das Denken ausschaltest. Das geht gar nicht und würde wieder nur Energie verschwenden, sondern indem du lernst, deinen Gedanken zuzuschauen, ohne ihnen sofort zu folgen. Das sind Investitionen in deine Fähigkeit, präsent zu bleiben.
  • Schritt 2: Im Hier und Jetzt ankommen – Wirklich in der Gegenwart zu verweilen bedeutet, ihr gegenüber offen und aufmerksam zu sein. Ohne zu analysieren und deine Beobachtungen und Empfindungen sofort einzuordnen entsprechend vergangener Erfahrungen und zukünftiger Erwartungen. Spüre, was du siehst, höre, was um dich herum geschieht und fühle in deinen Körper – die Wärme, die Kälte, die Spannung, die Weite. Nimm wahr, ohne zu bewerten.
  • Schritt 3: Dem natürlichen Rhythmus folgen – Leichtigkeit entsteht, wenn du aufhörst, gegen deinen eigenen Rhythmus anzukämpfen. Wenn du bemerkst, dass du müde bist, darfst du ruhen, und wenn Energie in dir aufsteigt, leg los und handle! Das klingt einfach, aber in unserer Leistungsgesellschaft ist es revolutionär. Der natürliche Fluss zeigt sich in deinem Körper, in deinen Gefühlen, in deiner Intuition. Lerne, diese Signale wahrzunehmen und ihnen zu vertrauen.
  • Schritt 4: Loslassen statt Festhalten – Woran erkennst du, wann du ziehen musst und wann nicht? Die Antwort liegt auch wieder im Spüren: Wenn eine Handlung sich mühelos anfühlt, auch wenn sie anstrengend ist, bist du im Fluss. Und wenn alles zäh ist, und du gegen Widerstände ankämpfst, die immer größer werden – dann ist es Zeit loszulassen. Das heißt nicht aufgeben. Es heißt: innehalten, neu ausrichten, einen anderen Weg finden.

Wann ist es genug?

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich etwas unbedingt will und es im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt, kann ich es erreichen. Aber was kostet es mich? Früher bin ich losgestürmt und schnell ins Handeln gekommen. Das kann ich heute auch noch. Jedoch frage ich mich heute vorher, wie hoch mein Einsatz dafür sein muss. Ob es sich lohnt, weiß man oft erst hinterher. Es lohnt sich aber nie, wenn es mich zu viel Kraft, Zeit und Energie kostet. Da sind wir wieder beim Thema Effektivität: Verfolge ich hier gerade das richtige Ziel? Ist es auch anders zu erreichen?

Ich wollte wieder eine weitere Yogalehrerausbildung anfangen und hatte schon rausgesucht, wo und wann sie stattfindet und wie teuer das wird. Im Kalender hatte ich die Zeiten schon geblockt. Doch dann kam ich zu der Überlegung, ob ich das auch anders lernen könnte? Zum Beispiel ohne Reiseaufwand und -kosten in Berlin, bei einer Lehrerin, die das in einem Kurs unterrichtet? Die Grundlagen für Yoga muss ich schließlich nicht zum x-ten Male wiederholen und brauche am Ende kein Zertifikat. Ich möchte das Prinzip verstehen und wie die Übungen gehen: Das kann ich mir schließlich nach über dreißig Jahren Yogapraxis und fast 20 Jahren unterrichten selbst herleiten. Was für eine Erkenntnis!

Die Übung: Vertrauen, Offenheit & Mühelosigkeit

Du wirst merken, dass du im Flow bist, wenn Dinge sich fügen, wenn Begegnungen zur richtigen Zeit geschehen und Lösungen auftauchen, ohne dass du sie suchen musstest. Das sind dann keine Zufälle, sondern die Ergebnisse die inneren Haltung von Vertrauen (ins Leben, in dich, in die Menschen). Natürlich wirst du, wie ich auch, auch Rückfälle erleben und dich wieder dabei ertappen, wie du zu viel willst oder grübelst oder etwas versuchst, festzuhalten. Das ist völlig normal. Bei Leichtigkeit geht es jedoch nicht um Perfektion, sondern die stetige Übung, sich zurückzuholen und Abstand zu den eigenen Gedanken zu schaffen. Beobachte!

In diesem Sinne soll „Leichtigkeit“ mein roter Faden für 2026 sein, eine Einladung an mich selbst, dem Leben anders zu begegnen – mit Vertrauen, mit Offenheit und eben mit Mühelosigkeit.

Vielleicht fragst du dich, wie du das konkret umsetzen kannst: In meinen Yogakursen üben wir präsent sein, spüren in die Intuition, vertrauen dem natürlichen Fluss, genauso wie in meiner therapeutischen Arbeit: Wir schauen gemeinsam an, was dich daran hindert, loszulassen – und finden liebevolle Wege, dich mit dir selbst zu versöhnen.

Ich lade dich ein, Kontakt mit mir aufzunehmen: Buche gern für einen Austausch mit mir einen kostenlosen Zoomcall. Jetzt buchen!

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Über mich

Hallo, ich bin Annette

Ich bin Berlinerin und war 25 Jahre als Layouterin und Redak­teurin tätig. In den letzten Jahren im Job war ich kurz vorm Burnout und wurde dann ent­lassen. Auch privat habe ich Schick­sals­schläge erleben müssen.

Dabei hilft mir seit über 30 Jahren unter anderem eine regelmäßige Yoga-Praxis.

Andere Menschen begleite ich als Heil­prakti­kerin mit einer ressour­cenorien­tiert, systemisch oder mit einer Trauma­therapie.

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