Dankbarkeit: I thank the Academy…

Wenn Stars einen Oscar erhalten, bedanken sie sich mit "I thank the Academy...". Auch Normalsterbliche können Dankbarkeit praktizieren.
Lesedauer: 3 Minuten

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Genau, es geht um Dankbarkeit. Erst dankt man der Academy für den Oscar und seinen Eltern, dann wünscht man sich noch etwas Weltfrieden. Wie üblich. Das gehört zum guten Ton und wer möchte sich bei diesen Wünschen ausnehmen? 

Augenzwinkern und Humor

Aber mal im Ernst: Wofür kann man alles dankbar sein? Ich wurde mal auf Facebook zur „Five-Days-Gratitude-Challenge“ eingeladen: Fünf Tage lang sollte ich fünf Sachen benennen, für die ich an diesem Tag dankbar bin. Das war eine tolle Übung, die mir viel Spaß gemacht hat, weil ich im Alltag den Blick auf etwas Positives gelenkt habe. Ich hätte nie gedacht, wie wunderbar sich diese Übung auswirken würde, und kann sie nur empfehlen. Man kann für die Sonnenstrahlen dankbar sein, für Schnee oder frischen Spargel und Erdbeeren, für ein Lächeln des Nachbarn oder eine nette Postkarte von Freunden. (Schreibt jemand noch Postkarten? Ich LIEBE Postkarten!) Das Problem bei der Dankbarkeit scheint, sie solle immer für etwas Besonderes ausgedrückt werden, aber eigentlich ist das Blödsinn. Natürlich bin ich meiner Mutter dankbar, dass sie mich geboren hat. Doch viel näher ist mir das dankbare Gefühl für ihr Augenzwinkern und ihren manchmal etwas abgründigen Humor.

I thank the Academy…

Bei der Dankbarkeit ist es wie mit dem positiven Denken, die innere Haltung gibt eine Richtung vor. Wenn man beginnt, auf die kleinen Dinge zu achten, kann sich die Dankbarkeit zu etwas Allumfassendem entwickeln. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes großartig und Yoga. Stellen Sie sich also Ihre ganz persönliche Oscar-Verleihung vor: Sie sind nominiert, wird Ihr Name aufgerufen? Und ja, Sie gewinnen den Oscar für die beste Hauptrolle! Wahnsinn! Dieses Glücksgefühl (als würde man einen Marathon gewinnen), der Weg zur Bühne, die Treppenstufen hinauf und den Oscar berühren (klar, er fühlt sich in dem Moment an wie pures Gold) und dieser überwältigende Applaus! Toll! Und jetzt richten Sie ein paar Worte an die Gemeinde: Was würden Sie sagen? Ich würde sagen, wie froh ich bin, meinen Weg so gut begleitet von Familie und Freunden bewältigt zu haben. Es hat sich fast leicht angefühlt, mit so viel Wohlwollen und in mich gesetztes Vertrauen. Die schweren Stunden scheinen vergessen, wenn ich an all diese unglaublich tollen Menschen denke. Bisher haben diese Helden des alltäglichen Lebens keinen Oscar erhalten, aber verdient haben ihn alle.

Visualisieren hilft – etwas tun ist noch besser

Dankbarkeit kultivieren bedeutet aber auch, sich zu überlegen, was man zurückgeben kann. Es sollte etwas sein, das einem selbst Freude bereitet. Man kann sich Herausforderungen stellen, wie Yoga im Gefängnis zu unterrichten. Wenn einem das aber nicht liegt, sucht man lieber etwas, das zu einem besser passt. Man sucht sich Gleichgesinnte und tut es. Wenn Sie noch nicht wissen, was es ist, hilft Visualisieren: Sie bringen sich in eine gute, dankbare Stimmung, stellen sich vor, dass Sie etwas tun, was Ihnen Freude bereitet und wie sie mit anderen diese Freude teilen. Machen Sie diese Übungen jeden Morgen oder jeden Abend, irgendwann werden Sie wissen, was Sie tun können, um zurückzugeben. Ich bin neugierig: Was ist es? Und im weiteren Verlauf wird sich etwas wahnsinnig Schönes einstellen: Sie werden alles als Freude empfinden, weil Sie nicht mehr Ihren Wünschen hinterherrennen, sondern dankbar für alles sind, was Sie bereits haben. Besser geht’s nicht!

  • Definieren Sie, was Sie möchten, auch wenn Sie nicht genau wissen, was das ist.
  • Tun Sie so als hätten Sie Ihre „Glückseligkeit“ bereits erreicht.
  • Durchbrechen Sie einschränkende Glaubenssätze über Ihr Leben, Familie und Ihre Arbeit.
  • Ergreifen Sie schon mal Maßnahmen in einer Richtung, aber halten sich alle anderen Optionen offen.
  • Gehen Sie über Ihr bisheriges Leben hinaus und schaffen sich ein zutiefst erfülltes und kreatives Leben.

Dankbarkeit im Alltag

Oder Sie machen einfach auch die „Five-Days-Gratitude-Challenge“ (Herausforderung) für sich. Schreiben Sie fünf Tage lang fünf Dinge auf, für die Sie an diesem Tag dankbar sind. Das können ganz kleine und normale Dinge sein oder natürlich auch die ganzen großen Gefühle – was immer Sie für beachtenswert halten. Nehmen Sie sich am fünften Tag ein paar Minuten Zeit, um darüber nachzudenken oder zu spüren, wie es Ihnen mit Dankbarkeit geht. Mir ist aufgefallen, dass meine Achtsamkeit in den alltäglichen Verrichtungen zugenommen hat und Dankbarkeit dadurch zu einer möglichen und leichten Übung werden konnte. Wie geht es Ihnen damit? Schreiben Sie mir! Oder noch besser verbinden Sie Ihre Idee mit meiner: Lassen Sie uns die Visionen zusammenbringen und in einem Workshop kreativ werden!

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Über mich

Hallo, ich bin Annette

Ich bin Berlinerin und war 25 Jahre als Layouterin und Redak­teurin tätig. In den letzten Jahren im Job war ich kurz vorm Burnout und wurde dann ent­lassen. Auch privat habe ich Schick­sals­schläge erleben müssen.

Dabei hilft mir seit über 30 Jahren unter anderem eine regelmäßige Yoga-Praxis.

Andere Menschen begleite ich als Heil­prakti­kerin mit einer ressour­cenorien­tiert, systemisch oder mit einer Trauma­therapie.

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