11 Frauen-Bücher zu Hitzewallungen, Wut und Freiheit – auch für Männer

11 Frauen-Bücher (auch für Männer!) berichten über das Patriarchat, die Zukunft und Schwesternschaft für unsere Wut.
Lesedauer: 8 Minuten

Inhalte

Bücher zur Menopause

“Woman Out of Service” von Nicole Engel

Das können wahrscheinlich viele Frauen vor oder in der Menopause nachvollziehen: “Vorübergehend außer Betrieb.” Genau dieses Bild trägt die Berliner Psychotherapeutin Nicole Engel durch ihr Buch, das sie gemeinsam mit der Journalistin Tina Epking geschrieben hat. Ihre spannende These: Krisen in der Lebensmitte gehören dazu, und die Wechseljahre seien nur einer von vielen Auslösern. Zwischen Ende 30 und Mitte 50 laufe bei vielen Frauen das Fass über, weil jahrelang Aufgeschobenes auf körperliche Veränderungen trifft. Engel öffnet dabei die Tür zu ihrer Praxis und erzählt auch von sich selbst; es macht dieses Buch gut lesbar. Du bekommst eine Art Werkzeugkiste aus bekannten Therapien, die sie so erklärt, dass du sie im Alltag ausprobieren kannst. Dazu Fallgeschichten liefert sie, in denen du dich vermutlich auch mal wiedererkennen kannst. In “Woman Out of Service” möchte die Lebensmitte als Neustart sehen: als einen Moment zum Innehalten, um Grenzen zu ziehen und herauszufinden, was du eigentlich willst. Die Kernbotschaft: Wer rechtzeitig “Stopp” sagt, muss vielleicht gar nicht erst in der Sprechstunde landen.

Für wen geeignet: Für Frauen, die spüren, dass etwas kippt, und wissen wollen, warum.

“Light my Fire” von Dr. med. Sheila de Liz

Wer sagt eigentlich, dass mit der letzten Regel auch die Lust geht? Die Gynäkologin Sheila de Liz nennt das schlicht Quatsch: Die besten Jahre im Bett begännen für viele Frauen erst nach 50! Nach “Woman on Fire”, ihrem Bestseller über die Wechseljahre, widmet sie sich jetzt der Sexualität in der zweiten Lebenshälfte, mit derselben Frechheit und Klarheit, die ihre Leser*innen an ihr mögen. Mitgeschrieben hat Dani Becker. Sie erklärt, warum Testosteron für Frauen so etwas wie der Kaminanzünder sein könnte, wie sich Schmerzen und Trockenheit medizinisch lösen lassen und warum der Orgasmus in ihren Augen nur das Dessert ist. In “Light my Fire” steckt außerdem viel Psychologie: Sie spricht von der “sexuellen Seele”, dem stillen Passagier in uns, und benennt acht Bausteine für erfüllten Sex – auch in Beziehungen, die schon Jahrzehnte alt sind. Offen und humorvoll geschrieben erfährst du vieles, worüber die meisten schweigen.

Für wen geeignet: Für alle, die sich mit “das ist halt so im Alter” nicht zufriedengeben wollen. Auch für Männer!

“Perimenopause” von Vanessa Blumhagen

Plötzlich schläfst du schlecht, nimmst zu, der Zyklus spinnt, und die Ärztin sagt: “Dafür sind Sie doch noch zu jung.” Moderatorin und Gesundheitscoachin Vanessa Blumhagen wurde nach ihrer Hashimoto-Diagnose zur Expertin für Frauengesundheit. Jetzt hat sie auch die Perimenopause am eigenen Leib erlebt, also die Jahre bis zur letzten Blutung. Ihr Ratgeber stellt ihre Idee vor, dass viele Beschwerden ab Mitte 30 hormonelle Ursachen haben könnten, die oft übersehen werden. Du erfährst, was im Körper passiert, welche Blutwerte du wann bestimmen lassen kannst und wo eine Hormonersatztherapie helfen mag oder Risiken birgt. Dazu kommen Tipps zu Ernährung, Mikronährstoffen, Stress und Bewegung, die sich ohne großes Tamtam umsetzen lassen. Am Ende jedes Kapitels wird zusammengefasst, was wichtig ist. Das macht das Nachschlagen leichter. Kritisch bleibt Blumhagen bei der Medizin selbst: Frauen würden mit ihren Symptomen oft nicht ernst genommen, und die Forschung sei auf Männer ausgerichtet. Mach dir bewusst: Du bist nicht zu jung, du bist mittendrin.

Für wen geeignet: Für dich, wenn du um die 40 bist und dich fragst, ob es “das” schon ist.

“Freie Tage” von Silke Weber

“Wenn die Menstruation politisch ist, ist es die Menopause auch.” Mit diesem Satz eröffnet die ZEIT-Journalistin Silke Weber ihr Buch, das ausdrücklich kein Ratgeber sein will. Sie fragt, warum wir Frauen in und nach den Wechseljahren als Mängelwesen betrachten, während eine ganze Industrie alte Stigmata durch neue Konsumversprechen ersetzt. Ihre Spurensuche führt von der Erfindung des Begriffs “Menopause” durch französische Ärzte im 19. Jahrhundert über die Hexenverfolgung bis zu den Menopause-Influencerinnen von heute. Das ist eine sehr spannende Reise! Es geht dabei um Hormone, Kultur und Ökonomie. Und sie zeigt, dass Beschwerden in anderen Kulturen anders erlebt und benannt werden. In “Freie Tage” liest du wenig darüber, was du gegen Hitzewallungen tun sollst, stattdessen darüber, wer dir eigentlich erzählt hat, dass die Wechseljahre ein Drama sind. Das Buch ist gründlich recherchiert und gelegentlich fordernd, weil es dich mit deinen eigenen Prägungen konfrontiert. Die Quintessenz würde ich so formulieren: Die umgekehrte Pubertät bringt dir Gelassenheit, Klarheit und Freiheit, wenn du dir das alles mal bewusst machst.

Für wen geeignet: Für Leser*innen, die verstehen wollen, woher die Geschichten hinter der Idee eines Mangels oder Defizits kommen.

Bücher zu Frauenthemen & Patriarchat

“Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!” von Alexandra Zykunov

“Hast du ein Glück, dass dein Mann zu Hause so viel mithilft!” Steigt dein Puls? Die Journalistin Alexandra Zykunov sammelt 25 solcher Sätze, die sie Bullshitsätze nennt, und nimmt jeden einzelnen auseinander, mit Zahlen, Studien und einer Wut, die sie nicht versteckt. Ihr Schwerpunkt liegt auf Care-Arbeit, also all dem Kümmern, das meist an Frauen hängen bleibt, und auf Mental Load, dem unsichtbaren Organisieren im Kopf. Das Patriarchat, so ihre Idee, komme in Deutschland selten mit Gebrüll, es komme mit freundlich-falschen Komplimenten. Ihr Ton ist locker, manchmal zynisch, und weil viele Argumente aufeinander aufbauen, wiederholt sich einiges. Genau das brennt sich aber ein und rüstet dich für die nächste Familienfeier. In “Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!” lernst du außerdem Begriffe wie Maternal Gatekeeping kennen (wenn Mütter die Zuständigkeit für Kinderdinge selbst nicht abgeben) oder Whataboutism (das Ablenken mit “aber was ist mit …”). Wenn deine Kinder längst aus dem Haus sind, wirkt das Buch wie ein Rückblick mit Erklärung: Ach, deshalb war das damals so. Wichtigste Erkenntnis bei dieser Lektüre: Die Sätze im eigenen Kopf sind die hartnäckigsten.

Hier gibt es noch weitere 8 Bücher: Frauen, Weiblickeit & Feminismus

Für wen geeignet: Für dich, wenn du dich beim Lesen aufregen willst – aber auch danach die passende Antwort parat hast.

“Nemesis’ Töchter” von Tara-Louise Wittwer

Nemesis, die griechische Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit, hat Töchter, und die sind wütend. Tara-Louise Wittwer, Kulturwissenschaftlerin aus Berlin, sucht in 3000 Jahren europäischer Geschichte nach den Wurzeln von “Nemesis” und Female Rage, also der weiblichen Wut, die so lange als Hysterie abgetan wurde. Sie erzählt von vergessenen Kämpferinnen – von der Antike über die Hexenverfolgungen bis heute – und legt die Muster frei, mit denen Frauen klein gehalten werden soll(t)en. Ihr Ton bleibt pointiert, sie doziert nie, das macht das Buch wunderbar lesbar. Was dieses Buch von anderen feministischen Titeln unterscheidet: Es geht weder um Rache noch um Männerhass. Wittwer schreibt nicht gegen, sondern für etwas, für Schwesternschaft und Zusammenhalt. Sie stellt die Idee vor, dass Wut heilen könne, wenn sie geteilt wird. Ein wirklich gutes Buch, mit der Botschaft, dass Wut keine Schwäche, sondern eine Ressource ist. Sie wirkt am stärksten gemeinsam: Frauen, tauscht euch aus, nutzt euren Zorn und eure Wut FÜR etwas!

Für wen geeignet: Für alle, die endlich verstehen wollen, was ihr Zorn ihnen eigentlich sagen will.

“Zukunft ist kein Männerding” von Rebekka Reinhard

Die Philosophin Rebekka Reinhard wollte eigentlich kein weiteres Frauenbuch schreiben. Herausgekommen ist trotzdem eins, und ein kluges dazu. In 15 Impulsen fragt sie, wie ein freies, gutes Leben gelingen kann in einer Welt, die sich immer surrealer anfühlt. Denn die Welt ist geprägt von “Bro Culture”, Tech-Milliardären und einem Marketing-Feminismus, der ein echtes “Wir” verhindere. Rebekka Reinhard spricht von schwindender Verbindlichkeit, kurzen Aufmerksamkeitsspannen und dem Gefühl, ständig überfordert zu sein. Das tut sie allerdings mit einem wunderbaren Witz, der mir schon an ihren anderen Büchern gefallen hat. Ihr Vorschlag: Werde zum “Marsmädchen”, das männliche Domänen betritt und dort anders handelt, kooperativer, durchdachter, mit sanfter Power statt Kontrolle. Wie das im Alltag konkret aussieht, bleibt in “Zukunft ist kein Männerding” stellenweise vage. Aber dafür trifft das Buch ein Lebensgefühl sehr genau, und die eingestreuten erzählerischen Passagen geben dir immer mal wieder emotional eine andere Perspektive. Ihre Kernaussagen: Würde schützen, Haltung bewahren, Beziehungen echt gestalten, und das leicht statt schwer.

Für wen geeignet: Für Denkerinnen, die philosophischen Trost suchen und dabei gern schmunzeln.

“Was Männer kosten” von Boris von Heesen

63 Milliarden Euro. So viel gibt Deutschland jedes Jahr mehr für Männer aus als für Frauen, rechnet der Wirtschaftswissenschaftler und Männerberater Boris von Heesen vor. Die Summe setzt sich zusammen aus Gefängnisplätzen, Verkehrsunfällen, Alkoholtoten, häuslicher Gewalt und Wirtschaftskriminalität. Das sind lauter Felder, in denen Männer die Statistik anführen. Sein Ansatz ist neu, weil er der Debatte ums Patriarchat eine ökonomische Dimension hinzufügt, vor der sich auch Skeptiker*innen schwerer wegducken können. Von Heesen erklärt die Rollenbilder hinter den Zahlen und zeigt Wege, wie Jungen und Männer anders aufwachsen könnten. In “Was Männer kosten” geht es ihm um eine Gesellschaft, in der alle Geschlechter ihre Möglichkeiten frei von Klischees entfalten. Kritik gab es reichlich, vor allem aus Männerrechtskreisen, und manche Rezensent*innen finden seine Schlüsse eher philosophisch als empirisch. Lies es mit einem wachen Blick und du bekommst Argumente an die Hand, die du sonst nirgends so gebündelt findest. Wir lernen, dass das Patriarchat allen schadet, eben auch den Männern, und das kostet richtig viel Geld!

Für wen geeignet: Für dich, wenn du Zahlen liebst und in Diskussionen mehr als ein Bauchgefühl nutzen möchtest.

“Unlearn Patriarchy” von Lisa Jaspers, Naomi Ryland und Silvie Horch (Hg.)

Wie verlernst du etwas, das du nie bewusst gelernt hast? Die Herausgeberinnen Lisa Jaspers, Naomi Ryland und Silvie Horch haben 15 feministische Stimmen versammelt, die genau das versuchen: Sie schauen auf Sprache, Liebe, Familie, Arbeit, Sex, Macht und Rassismus und erzählen, wo sie selbst patriarchale Muster in sich selbst entdeckt haben. Der Titel bedeutet so viel wie “das Patriarchat verlernen”, und die Idee dahinter ist, dass wir alle, auch überzeugte Feminist*innen, immer wieder in dieselben Fallen tappen. Ärgerlich, aber erst, wenn wir es uns bewusst machen, kann sich etwas ändern. Die Essays unterscheiden sich in Ton und Tiefe: Manche Texte sind witzig, manche wütend, manche eher akademisch, was den Band abwechslungsreich macht. In “Unlearn Patriarchy” findest du keine fertige Anleitung, stattdessen aber viele Denkanstöße. Inzwischen gibt es einen zweiten Band mit 13 weiteren Beiträgen. Die Grundidee der beiden Titel ist das Hinterfragen dessen, was uns so vertraut ist, dass wir es gar nicht mehr sehen.

Für wen geeignet: Für Leser*innen, die lieber viele Perspektiven hören als eine, und die sich selbst dabei überprüfen wollen.

Ratgeber für die Alterspubertät

“The Joy of Ageing” von Christiane Rösinger

Brennende Füße, zwickende Knöchel, Ischias: So beginnt bei Christiane Rösinger der Morgen, mit einer Liste ihrer gesammelten Gebrechen. Die Kreuzberger Musikerin, früher Sängerin der Lassie Singers, hat mit Mitte 60 einen “Altersratgeber” geschrieben, der keiner ist. Sie sucht nach Vorbildern fürs Älterwerden und findet in ihrem Freundinnenkreis vor allem Typen: die Hundefrau, die Selbstoptimiererin, die Aufs-Land-Zieherin. Ihre Haltung ist Punk: Von Selfcare-Zwang hält sie nichts, und die viel beklagte Unsichtbarkeit der älteren Frau nennt sie ein Medienkonstrukt. Rösinger prägt den Begriff “Senager”, eine Mischung aus Seniorin und Teenager: Beide hängen gern störrisch auf Parkbänken herum und verweigern sich dem Leistungsdruck. Das ist komisch, und es bleibt ehrlich, auch wenn sie von der Stroke Unit erzählt, in der sie plötzlich lag. “The Joy of Ageing” ist weder Selbsthilfe- noch Jammerbuch, eher eine Ode ans Älterwerden, ich habe herzlich gelacht und auch etwas mitgelitten. Aber mal ehrlich: Hör auf, zu fragen, was Männer von dir halten, und fang an, dein Alter zu benutzen. Mein persönliches Motto kann ich ja auch mal hier anbringen: Warum sich ärgern, wenn man auch einfach merkwürdig reagieren kann?

Für wen geeignet: Für alle, die lachen wollen, während sie älter werden, und für die, die das noch üben.

“Die Antwort bist Du” von Emilia Sophie Plock

“Du musst nicht jemand werden. Du musst dich nur erinnern.” So in etwa ließe sich die Grundidee zusammenfassen, mit der Emilia Sophie Plock in “Die Antwort bist Du” an den Start geht. Die Autorin beschreibt sich selbst als Schriftstellerin, Reisende und Freigeist, lebt ohne festen Wohnsitz und schreibt, wie sie sagt, um an das zu erinnern, was wir sind, bevor wir es vergessen. Ihr Debüt versteht sich ausdrücklich nicht als klassischer Ratgeber, sondern als einen Weckruf: eine Einladung, still zu werden und nach innen zu schauen, statt draußen nach Antworten zu suchen.

Thematisch bewegt sich das Buch zwischen Rebellion und Mut, und es berührt Themen wie den Druck, “jemand” sein zu müssen oder die Sehnsucht nach Sinn oder die Arbeit mit dem inneren Kind. Plock schreibt sehr bildhaft und mit spürbarer Wucht, was mitreißen kann, an manchen Stellen aber auch vage bleibt. Keine konkreten Übungen, dafür viel Raum für das erspüren deiner Gefühle. Die Kernbotschaft: Die Antwort, nach der du suchst, trägst du längst in dir.

Für wen geeignet: Für dich, wenn du gerade eher einen emotionalen Anstoß brauchst als eine Anleitung mit Schritt-für-Schritt-Plan.

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Ich habe mir bei den Zusammenfassungen Unterstützung von einer KI geholt. Der Inhalt der Texte, Struktur und Auswahl der Titel sind von mir.

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Hallo, ich bin Annette

Ich bin Berlinerin und war 25 Jahre als Layouterin und Redak­teurin tätig. In den letzten Jahren im Job war ich kurz vorm Burnout und wurde dann ent­lassen. Auch privat habe ich Schick­sals­schläge erleben müssen.

Dabei hilft mir seit über 30 Jahren unter anderem eine regelmäßige Yoga-Praxis.

Andere Menschen begleite ich als Heil­prakti­kerin mit einer ressour­cenorien­tiert, systemisch oder mit einer Trauma­therapie.

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