Ausruhen ist Teil der Kunst des Arbeitens

Ausruhen ist das Hohelied auf Pausen und Übergänge: Ist der Akku aufgeladen, läuft alles leichter. Dazu muss man sich endlich mal Zeit nehmen!
Lesedauer: 5 Minuten

Inhalte

Yoga misst der Bedeutung der Übergänge größte Bedeutung zu. Schaffen wir uns Pausen im Leben!

Pausen sind keine Zeitverschwendung!

Der amerikanische Schriftsteller John Steinbeck formulierte es so:

„Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.“

Pausen zum Auftanken und zum Loslassen schafft Platz für Neues. Das kennst du vielleicht auch: Du denkst über ein Problem nach und kommst zu keiner Lösung. Beschäftigst du dich mit etwas anderem, fällt es dir irgendwann wie Schuppen von den Augen. Hektische Lösungen sind nie die richtigen, meint zumindest Albert Einstein:

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

In diesem Sinne sind Pausen und Abschalten zielführend. Aber nicht nur dafür sind sie sinnvoll: Ist dein Energiehaushalt im Keller, kostet alles mehr Kraft. Gezielte Unterbrechungen bieten dir die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen und die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu begutachten:

„Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen.“ Abraham Lincoln

Ausruhen ist also Teil der Kunst des Arbeitens

Müßiggang und Ausruhen erhöhen ebenfalls die Konzentration und ist auch ein wichtiger Aspekt des Yoga: Erst wenn der Körper zur Ruhe kommt, kann sich dein Atmen beruhigen und am Ende auch dein Geist. Probiere es doch einfach aus: Setzte dich hin, nimm ein paar Atemzüge, schließe die Augen. Und dann konzentriere dich für etwa sechs bis acht Atemzüge auf deine Ausatmung. Die Anzahl ist nicht so wichtig, wichtiger ist, dass du dir Zeit lässt, wirklich gut und vollständig auszuatmen. Wenn du merkst, dass du ruhiger geworden bist, spüre einfach nur, wie es dir jetzt geht. Das ist alles – und es ist auch alles: In der Ruhe und der Stille liegt die Kraft!

Pause, aber richtig:

  • Mach alle anderthalb Stunden eine kurze Pause, geh in die Teeküche oder schau aus dem Fenster, geh um den Block oder unterhalte dich mit einem Kollegen über dein Hobby. Wenn du meditieren möchtest und ein eigenes Büro hast, kannst du auch eine Kurzmeditation einbauen. Aber nur, wenn das keinen neuen Leistungsdruck aufbaut!
  • Die Mittagspause dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, ein bewusstes Loslassen entspannt Herz und Kreislauf. Achtest du darauf, nicht zu viel und vor allem das Richtige zu essen, gelingt auch der Wiedereinstieg in die Aufgaben am Nachmittag besser.
  • Am Nachmittag bietet sich durchaus ein Powernap (Kurzschlaf) an. Inzwischen veranstalten das sogar Läden im Umfeld von großen Bürohäusern: Nicht länger als 15 bis 20 Minuten und dein Akku ist wieder aufgeladen.
  • Der abendliche Übergang vom Arbeitstag in die wohlverdiente Freizeit kann ebenfalls durch eine Pause besser gestaltet werden: Steig früher aus dem Bus aus und laufe eine Station noch Hause. Dabei können die Gedanken an die Arbeit aus dem Geist geweht werden und zu Hause angekommen, bist du dann aufnahmefähig und gelassen für deine Menschen und Aufgaben dort.
  • Sport zu Feierabend ist nicht für jeden angenehm, allerdings bekommt man dadurch sehr gut den Kopf frei: Laufen und spazieren gehen reichen völlig aus.

Probiere diese Vorschläge doch einfach im Alltag für ein paar Tage aus! Die Frage ist doch: Wie möchtest du leben?

Rituale für Übergänge schaffen

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gestaltung von Ritualen für Übergänge. Das machen wir im Leben automatisch und ist kulturell tief verwurzelt.

Im Yoga sprechen wir von Schwellen – jenen besonderen Momenten zwischen zwei Zuständen. Der Übergang vom Schlaf zum Wachsein, von der Arbeit zur Freizeit, von Anspannung zu Entspannung verdient deine Aufmerksamkeit. Schaff dir ein kleines Ritual für den Feierabend: Vielleicht zündest du eine Kerze an, wenn du nach Hause kommst, und beobachtest für einen Moment die Flamme. Oder du ziehst deine Arbeitskleidung aus und ziehst bewusst etwas Bequemes an – ein sichtbares Signal an dich selbst, dass jetzt eine andere Zeit beginnt.

Diese bewussten Markierungen helfen dir, wirklich anzukommen. Du spürst, wie du von einer Rolle in die nächste gleitest, ohne dass alles ineinander verschwimmt. Solche Rituale müssen nicht kompliziert sein – oft reicht es, wenn du dir einen Tee machst und ihn in Ruhe trinkst, bevor du dich den Aufgaben zu Hause widmest.

Vielleicht legst du dich nach der Arbeit erst einmal kurz auf den Boden und legst die Beine hoch. Du spürst, wie die Schwere aus deinen Beinen weicht, wie dein Rücken sich entspannt. Diese kleine Übung kann das Ende des Arbeitstages und den Beginn des Abends markieren – und gibt dir die Kraft, präsent zu sein für das, was noch kommt.

Grenzen setzen im digitalen Zeitalter

In unserer digital vernetzten Welt verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr. Dein Smartphone klingelt auch nach Feierabend, E-Mails flattern rund um die Uhr herein. Gerade deshalb brauchst du klare Trennungen – bewusste Momente, in denen du sagst: Jetzt bin ich für mich da. Leg dein Handy für eine Stunde weg, schalte die Benachrichtigungen aus. Spür, wie sich anfangs vielleicht Unruhe breit macht – das Gefühl, etwas zu verpassen. Dann merkst du: Die Welt dreht sich weiter, auch wenn du nicht ständig erreichbar bist.

Diese digitale Unterbrechung schafft Raum für echte Erholung. Statt nebenbei noch schnell E-Mails zu checken oder durch Social Media zu scrollen, gönnst du deinem Geist wirklich Ruhe. Du hörst wieder auf deinen Atem, nimmst wahr, was um dich herum geschieht, fühlst die Bodenhaftung unter deinen Füßen. Diese Sinneserfahrungen bringen dich zurück in den Moment und helfen dir, loszulassen.

Wenn du merkst, dass du Schwierigkeiten hast, diese Grenzen zu setzen oder wirklich abzuschalten, stecken vielleicht alte Muster dahinter – die Angst, etwas zu verpassen, der Druck, immer erreichbar sein zu müssen, das Gefühl, nur dann wertvoll zu sein, wenn du produktiv bist.

Die Macht der kleinen Momente

Du musst nicht gleich eine Stunde meditieren oder einen kompletten Wellnesstag einlegen. Wobei es toll ist, sich dafür regelmäßig Zeit zu nehmen. Das ist Selbstfürsorge, die auch deinem Arbeitgeber zugutekommt! Doch oft sind es die kleinen Momente, die den Unterschied machen:

  • Wenn du morgens aufwachst und noch zwei Minuten liegen bleibst, bevor du aufstehst.
  • Wenn du den ersten Schluck Kaffee wirklich schmeckst, statt ihn nebenbei hinunterzukippen.
  • Oder wenn du beim Warten an der Ampel bewusst atmest, statt ungeduldig auf dein Handy zu schauen.

Diese winzigen Inseln der Achtsamkeit summieren sich. Sie verändern allmählich deine Beziehung zu dir selbst und zum Leben. Du wirst aufmerksamer, präsenter, lebendiger – die Farben erscheinen intensiver, Begegnungen berühren dich tiefer, du nimmst Nuancen wahr, die dir früher entgangen sind. In meinen Yogastunden und in der therapeutischen Arbeit begleite ich dich dabei, diese heilsamen Übergänge wiederzuentdecken. Du lernst, die Signale deines Körpers wahrzunehmen und ihnen zu vertrauen. Du entwickelst ein Gespür dafür, wann du aktiv sein und wann du ruhen solltest.

Ausruhen als Kunst und TEIL der Arbeit

„Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.“

Das ist keine faule Ausrede, sondern tiefe Weisheit. Wenn du dir erlaubst, wirklich auszuruhen, arbeitest du auf eine andere, tiefere Weise. Du gibst deinem Geist Raum, sich neu zu ordnen, du gönnst deinem Körper die Regeneration, die er braucht. Im Yoga lernen wir, dass Ruhe und Aktivität zwei Seiten derselben Medaille sind – ohne die eine gibt es die andere nicht in ihrer vollen Qualität.

Deine Pausen sind keine Zeitverschwendung – sie sind Investitionen in deine Lebensqualität, deine Gesundheit, deine Kreativität. Wenn du spürst, dass es Zeit ist für diesen Schritt, überlege dir, wie du diese wohlverdienten Unterbrechungen (wieder) in dein Leben integrieren kannst.

Wenn du Fragen hast, buche gern für einen Austausch mit mir einen kostenlosen Zoomcall. Jetzt buchen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Über mich

Hallo, ich bin Annette

Ich bin Berlinerin und war 25 Jahre als Layouterin und Redak­teurin tätig. In den letzten Jahren im Job war ich kurz vorm Burnout und wurde dann ent­lassen. Auch privat habe ich Schick­sals­schläge erleben müssen.

Dabei hilft mir seit über 30 Jahren unter anderem eine regelmäßige Yoga-Praxis.

Andere Menschen begleite ich als Heil­prakti­kerin mit einer ressour­cenorien­tiert, systemisch oder mit einer Trauma­therapie.

Aktuelles

Annette Bauer Yoga Xperience. Frühlings Retreat 17. bis 19. April 2026.
Yoga-Retreat April 2026

Tanke im Frühjahr neue Kraft mit Yoga. An verschiedenen Orten in Brandenburg yogen wir in kleiner Gruppe eine Wochenende gemeinsam. Dazu gibt es Spaziergänge, Sauna oder Massagen.

Suche

Weitere Beiträge

Gewaesser, Berge, Steg, 2026 sei mühelos & leicht Annette Bauer Yoga Xperience

2026 sei mühelos & leicht!

Wie gestalte ich mein Leben, damit es 2026 mühelos und leicht wird? Dabei helfen mir Yoga und das Wu Wei des Tao.
Ballon, Smiley, Glück wie möchtest du leben? Annette Bauer Yoga Xperience

Wie möchtest du leben?

Wie möchtest du leben? Das solltest du dich ab und zu mal fragen: Macht mich das wirklich glücklich? Verwirkliche deine Träume!