Archetypen der Jugend

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Die Archetypen der Jugend können wir aus der eigenen Entwicklung heraus betrachten: In der ersten Phase nehmen wir uns drei Archetypinnen der Jugend vor. In dieser Entwicklungsstufe werden wir uns über uns selbst bewusst.

Worum geht es heute?

  • Okkultismus: Jung & Freud
  • Archetypen der Jugend
  • Welches Potenzial steckt darin?

Archetypen & „Fin de Siècle“ Okkultismus?

Man muss sich diese Zeit um die Jahrhundertwende noch mal ins Gedächtnis rufen: Wird die Welt untergehen? Man denke an den Maya-Kalender. Wie werden wir leben? Der Mensch wollte schon immer in die Zukunft schauen können. So war das auch um 1900 nicht anders. Ganz heiß gehandelt waren Séancen, also spiritistische Sitzungen, in denen man mit Verstorbenen und Geistern kommunizieren wollte.

In diesen Sitzungen kam es nicht selten vor, dass unbewusste Wünsche und Bedürfnisse bei den Teilnehmern hochkamen. In dieser Atmosphäre entwickelte Freud seine Lehren zur unterdrückten Sexualität. C. G. Jung hingegen sah darin das kollektive Unbewusste, die Archetypen und Animus und Anima. Ihre Idee: Verbotene Wünsche und unterdrückte Bedürfnisse erscheinen in Traumbildern.

Wenn also Bilder in deinen Träumen auftauchen, ist es möglich diese Symbole auszulegen. Dabei liegt die Deutungshoheit bei dir. Man kann Traumbücher zu Rate ziehen oder einfach selbst reflektieren, was sie dir bedeuten.

Heute schauen wir uns drei Archetypen der Jugend an, die ich mit dem yogischen Lebensphasen zusammenbringen möchte: Jugend und Selbstfindung. Wer bin ich, wer möchte ich als zukünftiger Erwachsener sein?

Archetypen der Jugend

Als Kinder sind wir unschuldig und unbelastet. Werte und Glaubenssätze der Eltern, Großeltern und Lehrer prägen uns zwar, aber wie leben noch in einer ganz eigenen Welt. Der Übergang in die Erwachsenenwelt geschieht mit der sexuellen Reife. Wir hatten uns vorher die Welt erklärt und jetzt ist auf einem Male alles anders. Wir kommen in diese neue Welt und sind unschuldig Situationen ausgesetzt, in denen wir selbst klarkommen wollen – ohne die Hilfe der Eltern. Dabei hilft uns eine beste Freundin: Das sind die drei Archetypen der Jugend, die ich dir heute vorstelle: In dieser Zeit sind wir Jungfrau, Freundin und immer noch Tochter. Es ist die Zeit der Selbstermächtigung.

Tochter

Die Tochter steht noch zwischen Kindheit und Pubertät, begreift sich selbst aber schon als eigenständiges Wesen. Sie sollte noch keine Verantwortung übernehmen müssen und irgendwelchen Erwartungen gerecht werden. Sie darf sich noch ausprobieren: Spielfreude, Ausprobieren, neugieriges Entdecken, Abenteuer und Urvertrauen prägen diese Phase. Wir wissen einfach, dass alles gut wird. Die Eltern oder Gott werden es schon richten! Das sich Selbst-Bewusstwerden entsteht etwa im Alter von acht Jahren.

Das, was später unser Selbstbild als Frau prägt, ist das, was uns vorgelebt wird. Hier erfahren Kinder Unterstützung und Begrenzung. Je nachdem wie sehr dich deine Eltern unterstützt haben, wirst du selbstbewusst als Frau durchs Leben gehen können. Wenn das nicht so toll war, kannst du das im Nachhinein noch entwickeln indem du dich erinnerst:

  • Mit welcher Leichtigkeit hast du alle Hürden genommen?
  • Wobei hast du dich unbesiegbar gefühlt (egal, was die anderen gesagt haben)?
  • Schau dazu auf deinen Werte und Glaubenssätze: Sind sie dir (noch) dienlich?
  • Was wurde von dir als Tochter erwartet?
  • Was beinhaltete deine Rolle in der Familie?

Lass dich auf leichte Weise auf diese Fragen ein. Bleib dabei spielerisch wie ein Kind: Ohne Bewertung und ohne Schuldzuweisung. Einfach nur hinschauen und vielleicht aufschreiben. Und dann könnte dir auffallen, dass deine heutige Stärke genau daher kommt! Ich zum Beispiel bin sehr unabhängig und sehe in allem eine Möglichkeit. Das habe ich aus dieser Zeit mitgenommen.

Die Unschuldige oder Jungfrau

Der Übergang in die Pubertät sollte begleitet werden. In anderen Kulturen wird die Menarche gefeiert und die Mädchen und Jungen in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen und willkommen geheißen. Wie war das bei dir? Bei mir war davon nichts da, ich habe mich in meinem Körper und mit den Menschen um mich herum nicht mehr ausgekannt. Eine Vorbereitung und Anleitung hätte ich toll gefunden. Aber da ich sehr selbstständig war, ist mein Umfeld wohl davon ausgegangen, dass ich das schon hinbekomme…

Die junge Frau bei den Archtypen ist noch rein und unberührt, ruht noch in Gewissheiten, die bald hinterfragt werden. Jetzt ist sie lebendig, sinnlich, neugierig und stark. Da ihr das selbst nicht bewusst ist, macht sie genau das so anziehend für andere. Die Jungfrau steht für Wandel und Neuanfang. Das führt zur Auseinandersetzung mit sich und der Welt. Freiheitsdrang und wachsende Verantwortung prägen diese Zeit. In diesem Zustand scheint alles kompliziert. Sie stellt sich folgenden Fragen:

  • Was ist, wenn sich Leute über mich lustig machen?
  • Was ist, wenn ich nicht gut genug bin?
  • Ich weiß nicht, wo ich hineinpasse.
  • Ich weiß nicht, wem oder was ich vertrauen soll.
  • Was ist, wenn ich Leute enttäusche?

Sie hat ein wachsendes Bedürfnis nach Unabhängigkeit und gleichzeitig Angst, nicht zu genügen. Mit dem Übertritt in die Menarche, erhält sie einen Ausblick auf die Erwartungen und Herausforderungen, die die Welt an sie als Erwachsene stellt. Sie wird Verantwortung übernehmen müssen.

  • Wie fühlt sich das an, wenn man das alles noch gar nicht genau kennt?
  • Soll es genauso sein, wie bei den Eltern?
  • Kann sie sich ihr Leben selbst gestalten oder ist schon alles klar vorgegeben?

Freundin

Im Teenageralter sind wir für jemanden die beste Freundin. Freundschaften aus dieser Zeit halten eine Ewigkeit. Nicht immer, aber meist schon. Natürlich entwickeln wir uns später unterschiedlich, aber wenn du wieder mit ihr sprichst, ist es wie früher! Sie ist wie ein Teil von einem selbst, wie ein Teil der Familie, weil man sich gegenseitig im Werden zur Seite gestanden hat.

Mit der besten Freundin erkunden wir die Erwachsenenwelt, erproben uns und stellen uns gemeinsam allen Herausforderungen. In dieser Zeit probieren wir aus, sind experimentell und provozieren mit unserem Auftreten. Gleichzeit wollen wir zu einer Gruppe gehören: Attribute dieser Zugehörigkeit sind gleiche Kleidung, Musik und nicht selten schwärmt frau gemeinsam für einen Schauspieler oder Musiker. (Gott war das peinlich!).

Ohne den Rückhalt einer Gefährtin, sind und bleiben wir eher unsicher. Und auch dadurch, dass wir anderen beistehen und über Themen reden, die wir mit den Eltern nicht besprechen wollen, wächst in uns Verantwortungsbewusstsein und Hingabefähigkeit. Wir lernen für uns selbst und andere einzustehen. Das kann ein Leben lang halten und die Freundin darf uns auch später immer begleiten.

Welches Potenzial steckt in den Archetypen der Jugend?

  • Tochter: Was waren deine Wünsche und Träume im Alter von acht oder Jahren? Das gibt dir einen Hinweis, wo deine Talenten, deine Freude und somit deine Energien schlummern. Hier sind deine Kreativität und Lebenslust begründet. Du kannst sie aktivieren, wenn du dich daran erinnerst:
    Was bringt deine Augen zum Leuchten?
    Was macht dich neugierig?
    Was möchtest du gern lernen oder entdecken?
  • Jungfrau: Wann immer wir etwas Neues im Leben wagen, steht uns diese jungfräuliche Kraft zur Seite: Es wird etwas von uns erwartet, wie sind neugierig und drängen nach vorn. Es ist dann auch die beste Gelegenheit, sich seine eigene Pubertät noch mal in Erinnerung zu rufen.
    Was war prägend, was hat dir geholfen, was dich blockiert?
    In der Natur wäre die beste Zeit dafür der Frühling (und nicht Silvester, wo noch alles im Winterschlaf ist).
  • Freundin: Wenn dir alles auf den Kopf fällt, rufst du sie bestimmt gerne an: Deine beste Freundin. Im Austausch mit ihr findest du Lösungen, du kannst darüber lachen und die Welt sieht danach wieder rosiger aus. Alles halb so schlimm, wenn du mit deiner Freundin sprechen konntest!
    Auch du gibst ihr Halt und Gewissheit.
    Sollte das zwischen euch nicht so sein, sag ihr das! Denn sie ist eine wichtige Kraftquelle in deinem Leben. Das muss und kann so eine Freundschaft ertragen und reinigt de Luft.

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Annette Bauer

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