Das Yoga-Buch: Rezensionen 2021 – Teil 2

Lesedauer 8 Minuten

In meine Buchrezensionen 2021 geht es im 2. Teil um das Yoga-Buch im Allgemeinen und im Besonderen. Wie ungewöhnlich…;)))

Yoga-Bücher: Rezensionen 2021

  • “Immunpower mit Ayurveda” von Janesh Vaidya
  • “Yoga als Therapie” von Tasja Walther & Sabine Dorscht
  • “Yoga leben” von Maren Brand & Tina Lobe
  • “Yoga für jeden Körper” von Nicole Konrad
  • “Ashtangayoga” & “Das Geheimnis des Atmens” von R. Sriram
  • “Yoga ab 55 für Dummies” von Larry Payne
  • “Pussy Yoga – Das Workout-Book” von Coco Berlin
  • “Yoga: Sieben individuelle Programme für Körper und Seele” von Anna E. Röcker
  • “Faszien-Yoga für Schultern, Nacken und Handgelenke” von Lucia Nirmala Schmidt
  • “Selbstheilung mit Yoga und Osteopathie” Friederike Reumann
  • “Yoga für ein starkes Herz” von Christina Bielecki & Katharina Bauer
  • “Die Kraft des Suchens” von Robert Ehrenbrand

Immunpower mit Ayurveda von Janesh Vaidya

Für den Herbst ist es super sinnvoll, ganz natürlich die Abwehrkräfte zu stärken. Und dafür gibt es in “Immunpower mit Ayurveda” erhellende Übungen und wertvolle Tipps. Ayurveda ist sozusagen eine Schwesterdisziplin von Yoga, geht es doch ebenfalls um eine ausgewogene Lebensführung und darum, sich selbst besser kennenzulernen.

Nach einer allgemeiner Einführung schaut Autor Janesh Vaidya auf Lebensführung, Yoga, Ernährung und Meditation, um die natürlichen Widerstandskraft zu stärken und Körper, Seele und Geist zu harmonisieren. Ein Selbsttest zum derzeitigen Gesundheitszustand und ein Fragebogen sollen darüber Auskunft geben. Da würde ich eher zu einem Ayurveda-Arzt gehen, denn wer kann sich wirklich ehrlich selbst beurteilen? Wenn ich meine Konstitution schon kenne, liefert das Buch jedoch tolle Denkanstöße z.B. wie Gewohnheiten geändert werden können.

Für wen geeignet? Für Leser*innen mit Vorwissen zum Thema Yoga und Ayurveda, da es keine Abbildungen zu Haltungen gibt und Begriffe nicht immer erklärt werden. Für Kenner des Ayurveda eine gute Wiederholung und eine Anleitung zur Ermittlung von Ungleichgewichten.

Yoga als Therapie von Tasja Walther & Sabine Dorscht

Unter den Yoga-Büchern ist auch “Yoga als Therapie”, das wunderbar beim Verständnis von Krankheit helfen kann: Die Magie des Yoga entfaltet sich im Erforschen und Annehmen, was ist. Yoga-Lehrerin Tasja Walther und Physiotherapeutin Sabine Dorscht gehen dabei multimodal zu Werke: Neben der Erforschung der körperlichen Probleme mit Yoga, Atemtechniken und Meditation dienen auch Ayurveda, Klopfakupressur, TCM, Feng-Shui um sich selbst bei einer Erkrankung gut zu unterstützen. Hört sich vielleicht wild an, bietet aber einen breiteren Ansatz, damit jede*r etwas mitnehmen kann. Dazu werden einzelne Krankheitsbilder übersichtlich vorgestellt und mit ein paar einfachen Übungen zusammengebracht:

  • Psychische Erkrankungen & Schlafstörungen
  • Nervenerkrankung
  • Erkrankungen des Rückens
  • Obere Extremitäten
  • Untere Extremitäten
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Herz- und Gefäßerkrankungen
  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Verdauungsprobleme
  • Müdigkeit & Abgeschlagenheit

Für wen geeignet? Das Buch ist gut bebildert, so kann jede*r die Übungen gut nachvollziehen.

Yoga leben von Maren Brand & Tina Lobe

Auf das Yoga-Buch “Yoga leben” habe ich mich sehr gefreut. Denn auch ihr erster Titel “Yoga lehren” war super. Diesmal ist es eher ist ein Arbeitsbuch für Yogalehrende, die sich ihrer Lebens- und Lehrweise bewusst werden möchten. Ob Klassen für Anfänger, Workshops oder Retreats, alle Bereiche werden beleuchtet. Welche spirituelle Dimension nimmt Yoga in deinem Leben ein und lebst du was du unterrichtest? Yoga kann und sollte Zusammenhalt, Mitgefühl und Klarheit vermitteln. Oder ist es doch nur eine Gymnastik? Die Themen in den Kapitel liefern dir die Möglichkeit, das aus verschiedenen Perspektiven anzuschauen:

  • Themengestaltung und Integration in den Unterricht
  • Methodik des Unterrichtens
  • Verfeinerung der Sprache
  • Gekonntes Sequencing
  • Dein Herzensbusiness

Neben ihren eigenen Erfahrungen der letzten 30 Jahre haben die beiden Autorinnen nationale und internationale Toplehrer*innen zu Themen des Yogalehrer-Daseins befragt.

Für wen geeignet? Wenn du ein Yoga-Buch mit praktischen Empfehlungen suchst, um deine Talente als Yogalehrende herauszuarbeiten. Für angehende Yogalehrer*inne genauso wie alte Yoga-Hasen.

Yoga für jeden Körper von Nicole Konrad

Yoga-Lehrerin Nicole Konrad bietet in ihrem Yoga-Buch “Individuelle Ausrichtungen und Hilfestellungen für die wichtigsten Asanas” und benennt dabei zwei wesentliche Orientierungen beim Üben:

  1. Du findest im Yoga-Buch die wichtigsten verbalen Anleitungen und Korrekturen für die Haltungen als Text.
  2. Die Autorin beschreibt die Bewegungsdynamiken der bekanntesten Asanas in den fünf üblichen Kategorien: Vorbeugen, Rückbeugen, Drehungen (Twists), Hüftöffner und Armbalancen, also Umkehr- und Stützhaltungen

Das Buch ist durch die genauen Erläuterungen sowohl für Yoga-Praktizierende als auch für Lehrende vorgesehen. Es beginnt mit einer kurzen Einführung in die Entstehung von Yoga und die dazugehörigen Prinzipien. Daran schließen sich Informationen zur Anatomie an, bevor der praktische Teil beginnt. Neben dem Text sieht man auf den Fotos wie die Ausrichtungen und Adjustments genau funktionieren. Ein wirklich gutes Buch für Übende. Ich frage mich nur, ob ich als Yogalehrende vorgefertigte Textanleitungen benötige? Denn die Haltungen, die ich anleite, sollte ich selbst gut kennen und beherrschen oder eben nicht anleiten. Doch auch Yogalehrende möchten Neues ausprobieren!

Für wen geeignet? Laut Klappentext für Yoga-Lehrenden und Übende. Einen zehnwöchigen Yogakurs würde ich mindestens vorher empfehlen!

Ashtangayoga & Das Geheimnis des Atmens von R. Sriram

Das Yogasutra des Patañjali dreht sich um die treibende Kraft allen menschlichen Handelns und Denkens: Das Leiden. Es zeigt dann ebenfalls einen Weg zur Befreiung auf, Gott sei Dank! Mein hochgeschätzter Lehrer R. Sriram hatte bereits 2003 seinen erfolgreichen Yogasutra-Kommentar herausgebracht, der inzwischen ein Standardwerk in der Yogalehrerausbildung ist. Mit diesem neuen Buch vertieft er seine Betrachtungen des achtgliedrigen Übungswegs. Seine Kunst ist es, lebensnahe Beispiele für uns zu finden wie wir die Befreiung auch heute noch gut hinkriegen können.

Und in Das Geheimnis des Atmens geht es genau darum:  Der achtsame Weg zu Gesundheit und Lebensfreude über den Atem. Der geht bei vielen Menschen leider nicht tief in den Bauch, sondern bleibt an der Oberfläche. Stress bleibt dadurch im Körper und die Lungen werden nicht genügend belüftet. Das wurde uns in jungen Jahren meist abtrainiert bzw. wir ziehen den Bauch ein, damit er kleiner erscheint. Die Atmung bleibt flach. Nicht gut! Aber Yoga weiß, was zu tun ist, und das verrät uns Sriram in diesem wundervollen Buch.

Für wen geeignet? Da ich mich schon seit 15 Jahren mit seinen Übungen beschäftige, weiß ich, dass diese Bücher wertvoll sind. Deshalb kann ich sagen: JEDE*R sollte diese beiden Bücher lesen!

Yoga ab 55 für Dummies von Larry Payne

Larry Payne hatte mit dem bereits verstorbenen Georg Feuerstein 2010 “Yoga für Dummies” herausgebracht. Ein sehr gutes Buch von zwei sehr gelehrten Yogalehrern.

Nun legt Larry Payne nach: In diesem Werk findest du Schritt-für -Schritt-Anleitungen für einen gesunden Rücken, gute Atmung, den Beckenboden, bei Knieproblemen oder Arthrose. Für die, die mehr machen möchten gibt es auch kurze Übungsprogramme für 5, 15 oder 20 Minuten. Zusammengefasst werden die Vorteile von Yoga dargestellt, Yoga auf der Matte, für zu Hause und im Alltag erläutert und wie die Yoga-Praxis an die körperlichen Bedürfnisse angepasst werden kann (und sollte). Der Klappentext konstatiert: “Es gibt dann eigentlich keine Ausrede mehr dafür, nicht ein paar Minuten etwas für sich und seinen Körper zu tun.” Und Larry Payne sollte es wissen – hat er doch 1996 den ersten dokumentierten Kopfstand am Nordpol ausgeführt!

Für wen geeignet? Na, für alle über 55 – und alle jüngeren, die nur eingeschränkt Yoga üben können.

Pussy Yoga – Das Workout-Book von Coco Berlin

Ein merkwürdiger Titel – und auch wieder ein gutes Buch: Über die eigentliche Scham über die Vulva zu sprechen, sind in unserer Kultur solche Namen entstanden. In der indischen Kulturen nennt man sie beispielsweise Yoni, was so viel wie Nest, Ursprung und Ruheplatz bedeuten kann. Das finde ich schön. Coco Berlin findet aber Pussy sei inzwischen gesellschaftsfähig und wird schließlich von selbstbewussten Frauen verwendet. So sei es! Für einen starken Beckenboden gibt es jetzt zum Buch Pussy Yoga das Workout-Book von Coco Berlin.

Das schmale Bändchen hilft dir mit zahlreichen Übungen, deinen Beckenboden zu erkunden und zu aktivieren. Wozu wäre das so wichtig: Wenn du den Beckenboden stärkst, kann er dich aufrechthalten, sogar Rückenschmerzen vorbeugen und – na klar, dein Leben lustvoller machen! Du kannst überall und unterwegs trainieren, im Sitzen, Liegen oder Stehen… Beckenboden “to go” sozusagen. Viele Übungen sind aus dem Pussy Yoga Buch übernommen.

Für wen geeignet? Jede*n, denn auch Männer haben einen!

Yoga: Sieben individuelle Programme für Körper und Seele von Anna E. Röcker

Sieben Yoga-Programme hat Yogalehrerin Anna Elisabeth Röcker in diesem Buch zusammengestellt: Yoga für

  1. ein vitales Herz-Kreislauf-System
  2. ein wachsames Immunsystem
  3. starke Nerven und einen klaren Kopf
  4. Lebensfreude und eine ausgeglichene Psyche
  5. einen starken Rücken und bewegliche Gelenke
  6. Mit Yoga Stress und Erschöpfung positiv begegnen
  7. für unterwegs

In jedem Kapitel werden ein paar Übungen vorgestellt und alle werden am Ende noch mal gesammelt dargestellt. Gute Anleitungen, Hinweise, worauf man sich konzentrieren soll, und gute Fotos. Ein solides Buch “für alle Lebenslagen”. Eine Einführung gibt eine Überblick über die Grundzüge des Yoga, den achtgliedrigen Pfad und schlägt die Verbindung zum Ayurveda. Gute Mischung.

Für wen geeignet? Für Anfänger als Einstieg in die Yoga-Literatur.

Faszien-Yoga-Buch für Schultern, Nacken und Handgelenke von Lucia Nirmala Schmidt

Mit effektiven Übungen aus der Yoga-Therapie möchte LuNa Schmidt Schulter, Nacken und Handgelenken geschmeidig(er) machen. Sie geht mit gezieltem Faszientraining an die Körperstrukturen, um sie neu auszurichten. Das ist spannend und die Ergebnisse sind nicht nur weniger Schmerzen, was ja schon mal gut ist, auch mehr Beweglichkeit und eine aufrechte Haltung.

„Wissen entfaltet sich für mich erst dann in der Tiefe,
wenn es durch eine körperliche Erfahrung konkret erfahrbar wird.
Denn wer nicht spürt muss glauben!“ (LuNa Schmidt)

Nach einer Einführung in die Faszien, den verschiedenen Krankheitsbildern und Anatomie-Tipps folgt ein großer Praxisteil zu den drei Themenbereichen: Schultern, Nacken, Handgelenke. Ich habe sofort die Schulterübungen mit Gurt geübt und werde sie hoffentlich nicht mehr vergessen: Super!

Für wen geeignet? Für Menschen, die damit Probleme haben sollten – also wieder JEDE*R.

Selbstheilung mit Yoga und Osteopathie Friederike Reumann

Noch mehr Yoga-Therapie gibt es von Osteopathin, Physiotherapeutin und Yogalehrerin Friederike Reumann: Hier geht es um Beschwerden behandeln und Schmerzen lindern in Kombination mit osteopathischen Techniken. Dabei bringst du Körper und Geist erst mal mit Yoga zur Ruhe, gehst durch den Regenerations- und Heilungsprozess und setzt den passenden osteopathische Impuls: Die Autorin stellt 12 yogische Grundhaltungen in Variationen und mit Hilfsmitteln im ersten Teil vor. Dann kommt die  Selbstbehandlung in vier Schritten aus Yoga und Osteopathie,

  1. das Fließsystem anregen,
  2. die Nebenstrukturen entgiften,
  3. den Impuls für die Zielstruktur und die Regulationskräfte wecken und
  4. nachruhen und neu ordnen.

Für eine Übungseinheit benötigst du etwa 20 bis 30 Minuten. Ich war skeptisch, sie sind aber absolut machbar. Im dritten Teil des Buches finden sich Anregungen für häufige Alltagsbeschwerden wie Schlafprobleme, Stress, Verdauungsbeschwerden und Rückenbeschwerden und eine Morgenroutine-Sequenz.

Für wen geeignet? Für Menschen, die schon viele Yogabücher kennen und sich neue Impulse aus der TCM wünschen.

Yoga für ein starkes Herz von Christina Bielecki & Katharina Bauer

Die Autorinnen Katharina Bauer und Yogalehrerin Christine Bielecki zeigen in ihrem Yoga-Buch, wie das Herz funktioniert und warum Yoga so besonders für die Herzgesundheit ist. Nach ihren eigenen Geschichten erläutern sie das Herz, die Yoga-Basics, die Haltungen, Meditationen und stellen spezielle Yoga-Sequenzen vor.

Wieso sollte ein Yogabuch nun extra für Menschen mit Herzproblemen sinnvoll sein? Sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer koronaren Herzerkrankung! Auch Stabhochspringerin Katharina Bauer gehört dazu und lebt seit 2018 mit einem implantierten Defibrillator. Yoga und Meditation haben ihr dabei geholfen, ihren Sport auf Profiniveau weiterhin auszuüben. Deshalb möchten die beiden Autorinnen mit ihrem Buch “Yoga für ein starkes Herz” anderen Betroffenen vor allem Mut machen.

Für wen geeignet? Für alle, die bei Herzproblemen mit Yoga weiterüben möchten. Die Übungen sollen von Einsteigern und von Menschen mit Bewegungseinschränkungen ausgeführt werden können. Wenn du damit zu tun hast, frag bitte trotzdem vorher deinen Kardiologen, ob das für dich sinnvoll ist!

Die Kraft des Suchens von Robert Ehrenbrand

Yoga ist mehr als Gymnastik und kann dir nicht nur physische, sondern auch mentale Stärke bescheren. Und Meditation ist nicht “rumsitzen”, sondern kann ein wirkliches Abenteuer werden! Im Yoga-Buch von Robert Ehrenbrand geht es mehr um das Suchen als das Finden, um “Intensität, einen starken Geist und Unabhängigkeit von wankelmütigen Emotionen” Es ist ein Programm für “deinen Körper und deinen Kopf, das du garantiert schaffen kannst, das dein Leben gravierend verändern wird”. Soso. Schauen wir mal rein:

Er nennt sein System BECOMINGME (Ich-Werdung) und nutzt dazu verschiedene Tools aus Yoga, Meditation und den Kampfkünsten. Dabei geht es ganz klar um Disziplin und Demut, tägliche Routinen und Perspektiven, aber nicht auf trockene Art – im Gegenteil, ich stelle mir das mit wilden Bewegungen und lauter Musik vor: Da geht der Yoga-Punk ab!

Nebenbei verweist er immer wieder auf seine Klassen, Seminare und Workshops, in denen er seine BECOMINGME-Methode an den Mann oder die Frau bringt. Einerseits scheint es Spaß zu machen, andererseits: Braucht es schon wieder einen neuen Yoga-Trend? Ich kann die Frage nicht beantworten, finde das Buch aber locker lesbar und mal anders. Wir erfahren viel über die Geschichte des Autors…

Für wen geeignet? Für alle, die die üblichen Yogabücher langweilig finden und Trendsportarten und Varianten von Yoga suchen.

War etwas für dich dabei? Schreibe mir gern einen Kommentar oder komm für einen Austausch in meine Facebookgruppe: Annette Yoga Lifestyle Hacks.
Im nächsten Teil meiner Buchrezensionen 2021 im November stelle ich dir Gesundheitsbücher vor.

Annette Bauer

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