Wie du ein Burnout erkennst und Yoga dir helfen kann

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Jemand, der völlig für seinen Job brennt, kann schon mal ausbrennen. Bisher dachte man, dass es nur der Job ist, der Menschen ausbrennen lässt. Nee, nee, nee – so einfach ist das nicht.

Wege ins Burnout

Manch ein Yoga-Lehrer hat es bis ins Burnout geschafft. Das würde man nicht denken, aber auch in diesem Beruf kann man es übertreiben. Nun erwartest du vielleicht, dass ein*e Yogalehrer*in ein entspannte*r Zeitgenoss*in ist. Oft hat es aber eben genau mit dem Beruf und der Begeisterung dafür zu tun. Meist sind es mehrere Faktoren:

Nach neueren Forschungen betrifft ein Burnout alle Lebensbereiche. Es ist nicht nur zu viel Arbeit, sondern auch deine Partnerschaft, der Freundeskreis, deine finanzielle Situation oder wie du dich um deine Selbstfürsorge kümmerst. All das spielt beim Ausbrennen eine Rolle. Wenn dir das passiert, hast du keine Freude mehr am Partner und den Freunden, ziehst dich aus Freizeitaktivitäten zurück, siehst alles nur noch in düsteren Farben. Entspannung und Schlaf sind nicht mehr oder nur noch schlecht möglich, du leidest unter Ängsten und fühlst dich zunehmend gelähmt, energielos und verlierst den Kontakt zu dir und deinem Körper. Gruselig, oder? Alles, was für dich wichtig ist, Fühlen, tiefes Atmen und dich entspannen, klappt nicht mehr – eine Lösung ist nicht in Sicht. Dann streicht der Organismus die Segel und du brennst aus. Bingo!

Leider habe auch ich das schon zweimal so weit getrieben, dass ich nur noch Schlafstörungen und Migräne hatte, nur noch funktioniert habe und keine Freude mehr am Leben hatte. Kennst du so etwas auch? Dann nimm das bitte sehr ernst!

Was hat Yoga mit Burnout zu tun?

Yoga ist ein genialer Weg, um ein Burnout zu vermeiden, und dient als begleitende Maßnahme, wenn der Schaden schon entstanden ist. Auch bei sehr begeisterungsfähigen Yogalehrer*innen!

Natürlich kannst du auch als Yoga-Gymnastik praktizieren und dich durch körperlich toll fühlen. Interessant wird es aber dann im Alltag, wenn pseudo-positive Affirmationen nicht mehr helfen und Luftschlösser zusammenbrechen. Jetzt entfaltet Yoga sein eigentliches Potential: Es geht um einen tiefen inneren Prozess, um Transformation und Lösung von Blockaden, die deine wahre Natur hemmen. Beginnst du diesen Prozess, machst du gute und schlechte Erfahrungen, aber vor allem lernst du dich selbst besser kennen.

Je näher du dir bist und dich in deinem Körper auskennst, desto geringer ist die Chance, in ein Burnout zu geraten. Du lernst, rechtzeitig Pausen zu machen und dir gute Erlebnisse zu bescheren, die das Leben erst lebenswert machen. Der Yoga-Weg lohnt sich. Du bist von außen weniger manipulierbar, kommst immer tiefer in Kontakt mir dir selbst.

Wie kommt nun das Leistungsdenken in den Yoga? Natürlich gibt es sehr fordernde Yogapraktiken. Sie zu meistern bedeutet, sehr viel Zeit zu investieren und Engagement zu zeigen. Das ist wie bei allen anderen Sachen auch. Allerdings solltest du immer darauf achten, wo du heute stehst und wie deine Tagesform ist. Kann ich mir heute das gleiche Programm abfordern wie gestern? Ist das sinnvoll und angemessen? Wenn du dir diese Frage im Alltag, ob bei deinem Hobby, in der Yoga-Praxis (Sadhana) oder im Beruf lange nicht mehr gestellt hast, bist du weit weg vom Yoga.

Mach mal Pause & lass es nicht so weit kommen!

Dauerstress beschert dir neben Verspannungen, Verdauungs- und Schlafstörungen auch Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Das sind alles gesundheitsschädigende Symptome, die zum Burnout führen können. Betroffene kommen danach monate- oder jahrelang nicht wieder in ihr Gleichgewicht. Lass es also nicht so weit kommen! Du bist leistungsfähiger, konzentrierter und auch umgänglicher, wenn du ausgeruht bist. Deshalb ist es essentiell wichtig, Pausen (Mind the Gap) einzulegen, am Tag, in der Woche, im Monate und Jahr. Und dann auch wirklich auszuruhen und runterzufahren.

Und: Lassen dich unbedingt von anderen unterstützen. Selbst im Yoga gibt es schon den Schwerpunkt Burnout und wie man damit umgeht. Laut einer Studie der Charité Berlin, des Universitätsklinikum Basel und des Neuroscience Research Institute New York hilft Yoga bei Überlastung und Burnout Stress zu reduzieren und Angst aufzulösen.

Wege aus dem Burnout: Selbstfürsorge

"Yoga gegen Burnout" Tanja Seehofer © Windpferd

“Yoga gegen Burnout” Tanja Seehofer © Windpferd

Bist du dagegen schon im Burnout gelandet, kann das Buch von Tanja Seehofer “Yoga gegen Burnout” ein ein guter Einstieg sein, um dich selbst mit Yoga zu begleiten. Beschrieben werden nicht nur ein paar hilfreiche Yoga-Übungen, sondern das Wie. Neuere Forschungsergebnisse und die Erfahrungen vieler Experten unterstützen diese Erkenntnisse:

  • Lähmend ist ein ungesunder Perfektionismus,
  • die Sucht nach Anerkennung (von der man nie genug erhält),
  • das Ausblenden von krankmachende Angewohnheiten und
  • die Unterdrückung von Bedürfnissen wie Hunger und Müdigkeit.

Yoga kann dir helfen, wieder in den inneren Dialog zu gehen und dir die richtigen Fragen zu stellen:

  • Wie soll ich mit mir umgehen?
  • Wie gestalte ich meinen Alltag, damit ich nicht (wieder) im Burnout lande und dadurch frühzeitig sterbe?

Burnout-Prävention durch Ayurveda vorbeugen

Manuela Kaps und Liane Kornberger beleuchten das Thema Burnout-Prävention aus ayurvedischer Sicht:

“Alles Leid wurzelt in Unwissenheit,
alles Glück in reinem Wissen”
Geranda Samhita, Sutrasthana 30.84

“Burnout durch Ayurveda vorbeugen” von Manuela Kaps und Dr. Liane Kronenberger © Vianova

Der Blick des Ayurveda zielt auf den gesamten Menschen und seine persönlichen Lebensumstände. Anders als unsere westliche Medizin (bisher) geht es um vorbeugende Verhaltensregeln: Vorbeugen ist schließlich besser als heilen. Ayurveda gleicht eine gestörte Balance, die Krankheit erzeugt, wieder aus und harmonisiert Körper und Geist. Das Buch besteht aus vier Teilen: Neben den ayurvedischen Grundlagen werden östliche und westliche Denkmodell vorgestellt. Die Autorinnen entwickeln daraus ihr “ayurvedische Vier-Dimensionen-Modell” und geben ausführliche Empfehlungen zur Burnout-Prävention: Die vier Einflüsse sind die Konstitutionstyp (Doshas), die Gunas als Grundqualitäten, Ojas als Lebensessenz oder -energie und Buddhi, die individualisierte Form der kosmischen Intelligenz.

Geraten die Doshas oder/und die Gunas aus dem Gleichgewicht, kostet es deine Lebenskraft (Ojas) und du verlierst deine Unterscheidungsfähigkeit. Ein genialer Ansatz, um Burnout zu erklären! Der Schlussteil des Buches besteht aus Fragebögen zur Einschätzung des Persönlichkeitstyps und möglicher Stress- und Burnout Symptome.

Ist der Burnout schon in vollem Gange, werden auch dazu verschiedene Übungen angeboten, die leicht anzuwenden sind. Es ist die Hilfe zur Selbsthilfe und zur Selbstermächtigung, die Abhilfe schaffen sollen:

  • Die Kraft der eigenen Ressourcen wiederfinden/ausbaue,
  • gesunde sattvische Ernährung,
  • ausgeglichene Beschäftigung und Bewegung,
  • Atemübungen und
  • die innere Haltung überprüfen.

Bücher reichen da natürlich nicht aus, wenn du auf dem Weg ins Burnout oder schon drin bist. Bitte begib dich dann in ärztliche Behandlung! Trotzdem finde ich die yogische und ayurvedische Sicht spannend, da sie andere Perspektiven bieten. Ich hoffe, da war für dich auch etwas dabei.

Schreibe mir gern einen Kommentar dazu oder komm für einen Austausch in meine Facebookgruppe: Annette Yoga Lifestyle Hacks.

Annette Bauer

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