Energie: Pranamaya Kosha

Energien aus Emotionen kann man umwandeln und zur Kultivierung des Geistes nutzen. Im Pranamaya Kosha arbeitet man mit Atemtechniken.
Lesedauer: 3 Minuten

Inhalte

Man übt nicht für einen Zweck, sondern aus Hingabe an das große Ganze. Nur dann hat Yoga Sinn.

Yoga der Energie

Schreitet man auf dem Yogaweg voran, fühlt man sich vielleicht anderen überlegen. Das ist aber ein Trugschluss, wir können uns nur mit und unter anderen entwickeln. Deshalb üben wir gemeinsam.

Nach Annamaya Kosha kommt die Atem- oder Energiehülle, Pranamaya Kosha. Hier übst du mit Pranayama, den Techniken des Atems, und arbeitest an deiner Energiehülle. Du“fütterst“ sie mit Prana, der Lebensenergie, und erhältst dadurch Vitalität und Gesundheit.

Man kann diese Hülle beispielsweise auch mit Akupunktur ansteuern. In dieser Ebene kultivierst du ebenso deine Gefühle und lernst, deine Emotionen zu meistern. Dazu bereitest du deinen Körper durch Asanas vor. Ohne kann die Energie nicht so gut fließen. Und wenn du durch die Atemübungen viel Energie anreicherst, muss der Körper sie aufnehmen und lenken können.

Unterschätzen das zu eifrige Schüler, führt kann es bei ihnen zu Kopfschmerzen bis hin zu spiritueller Verwirrung führen! Man sollte also mit Anleitung eines Lehrer Pranayama langsam einführen und dabei genau beobachten, wo die Grenze ist.

Pranamaya Kosha: Den Atem wie eine Geliebte locken

In B. K. S. Iyengars Buch „Licht fürs Leben“ beschreibt er, wie du mit dem Atem im Pranayama umgehen solltest, damit du es richtig machst: Der Körper muss stabil und gleichzeitig bis in jede Zelle entspannt sein, damit du den Atem einladen kannst.

Es ist kein Einsaugen der Luft oder hörbares Ausatmen, man lässt ihn zu und gibt sich dem Spiel hin, „als würde man eine Geliebte locken“. Damit beginnen die Techniken des Pranayama und führen weiter in der Erforschung der Pausen nach der Ein- bzw. nach der Ausatmung:

  • Die Pause nach der Einatmung bringt die Energie, das Prana, in den Körper. Sie wirkt wie das Leben belebend!
  • Die Pause nach der Ausatmung jedoch lässt uns Angst vor Auslöschung und Tod erkunden. Der Atem wird nicht etwa angehalten, sondern die Pause wird jeweils sanft ausgeweitet, bis der Einatemimpuls wieder einsetzt und wir neu geboren werden.

Sechs Hindernisse auf dem Weg nach innen

Bevor du weiter nach innen gehen kannst, steht die Auseinandersetzung mit Begierde, Wut, Gier, Besessenheit, Stolz und Hass. Ein Spaß der Sonderklasse! Meist entstehen Hindernisse, weil du dich nicht dem Fluss des Lebens hingeben kannst, etwas anderes möchtest als das Leben dir anbietet oder aus Angst vor Veränderungen.

Mit Asanas nutz du den Körper zur Kultivierung des Geistes, beispielsweise beruhigt sich der Geist, wenn du länger eine Vorbeuge hältst, und erlernst damit Selbstbeherrschung.

Kontrolle über Emotionen

Mit der Kontrolle über die Emotionen gehst du gelassener mit den Aufs und Abs des Lebens um. Diese sechs Hindernisse sind Emotionen mit hoher Energie, die man umwandeln und für die Reise nach innen nutzen kann.

Yoga sucht dazu Lösungen und vermeidet jede Schuldzuweisung: Diese Emotionen sind schlichtweg menschlich und sollten nicht unterdrückt werden. Im Pranamaya Kosha kommen wir an diese Gefühle heran und können ihre Energie umwandeln. Manche dieser Gefühle bewahren wir im Geiste auf, können sie immer wieder abrufen und schleppen sie durch unser Leben wie eine schwere Bürde.

Gesundheit bedeutet, alle Gefühle wie Wolken vor der Sonne vorbeiziehen zu lassen.

Umwandlung der Gefühle

  • Das ist also die große Übung: Begierde und Lust umzuwandeln in Liebe und Treue, denn durch die Liebe zu einer Person erfährt man die allumfassende Liebe. Die Bewahrung der Tugend schafft Integrität und bedeutet, man wird nur ernst genommen, wenn man sich angemessen verhält. Hier geht es nicht um gesellschaftlich Normen, sondern eine innere Ethik, die es zu kultivieren gilt.
  • Bei Stolz wiederum ist das Ego in Aktion: Statt in Demut etwas gut auszuführen oder dankbar anzunehmen, schreiben wir es uns selbst zu und sonnen uns in dem Ergebnis.
  • In der Besessenheit wird etwas zur Sucht, man möchte es anderen aufzwingen. Beispiel: Ich liebe Yoga, unterrichte und schreibe darüber Artikel, doch zwinge ich das niemanden auf.

Das Ego fühlt sich bedroht

  • Gegen Wut, Zorn und Groll kann man Gleichmut einsetzen, denn meist flammt Zorn durch eine vermeintliche Kränkung auf. Das Ego fühlt sich bedroht, aber mit etwas Abstand fällt einem auf, ich habe mich einfach zu wichtig genommen.
  • Hass und Neid kann man umwandeln und konstruktiv nutzen, wenn man sie gegen etwas einsetzt, beispielsweise eine Sucht, bei Gefahr oder Ungerechtigkeiten.
  • Und zum Schluss: die Gier. Eigentlich ist es nur der Appetit nach Leben. Alles, was aber zu viel wird, ist Gier und ungesund. Die Lösung ist, einen angemessenen Umgang in allem zu finden.

Im Atem liegt die Essenz des Lebens, die man wie „den Duft einer Blume aufnehmen würde, zart, tief, mit Empfindsamkeit und dankbarer Wertschätzung“ (B. K. S. Iyengar).

Weiter gehts mit „Noch drei Koshas bis zur Glückseligkeit“.

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Hallo, ich bin Annette

Ich bin Berlinerin und war 25 Jahre als Layouterin und Redak­teurin tätig. In den letzten Jahren im Job war ich kurz vorm Burnout und wurde dann ent­lassen. Auch privat habe ich Schick­sals­schläge erleben müssen.

Dabei hilft mir seit über 30 Jahren unter anderem eine regelmäßige Yoga-Praxis.

Andere Menschen begleite ich als Heil­prakti­kerin mit einer ressour­cenorien­tiert, systemisch oder mit einer Trauma­therapie.

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