Ratgeberbücher im Dezember

Es ist ja schon eine eigene Literaturgattung, wahrscheinlich die größte: Ratgeberbücher. Im Dezember habe ich dreizehn herausgefischt, die ich interessant finde:

Ratgeberbücher im Dezember

„Frag immer erst: warum“ & „Finde dein Warum“ von Simon Sinek

"Finde dein warum" von Simon Sinek © Redline Verlag Yogannetteblog.de

„Finde dein warum“ von Simon Sinek © Redline Verlag

"Frag immer erst: warum" von Simon Sinek © Redline Verlag Yogannetteblog.de

„Frag immer erst: warum“ von Simon Sinek © Redline Verlag

Der Untertitel: „Der praktische Wegweiser zu deiner wahren Bestimmung“ hat mich neugierig gemacht. Denn eigentlich wird einem das Warum-Fragen ganz früh schon übel genommen und abtrainiert. Davon habe ich mich nie schrecken lassen und nerve meine Umwelt damit schon seit 50 Jahren! Tatsächlich ist es schlüssig zu fragen, warum man etwas tut, bevor man es tut. Alles was ich anbiete, bieten ja auch andere an. Also ist es für meine Kunden „begreifbarer“, wenn ich in dieser Hinsicht für mich Klarheit habe und sie wissen, warum sie zu mir kommen und nicht woanders hingehen. Klarheit bedeutet nicht nur das Wie zu erläutern (Wie beglücke ich meine Kunden?), sondern das höhere Ziel für sie interessant zu machen: Mein Warum sollte andere inspirieren können wie bei Martin Luther King Jr. oder Steve Jobs. Mit diesen beiden Beispiel arbeitet sich Simon Sinek durch sein Buch. Sehr spannend. Sein zweites Werk ist das dazugehörige Workbook. Ganz ehrlich: Das erste reicht völlig aus, das zweite ist eher für die Arbeit in Teams. Er stellt dabei drei grundlegende Fragen: Warum? Wie? Was?

„Die Da-Vinci-Formel“ von Jens Möller

"Die Da-Vinci-Formel" von Jens Möller © redline verlag Yogannetteblog.de

„Die Da-Vinci-Formel“ von Jens Möller © redline verlag

Unter den Ratgeberbüchern gibt es auch „sieben Erfolgsgesetze für innovatives Denkens“: Wenn man sich nicht nur für das Genie Leonardos interessiert, sondern hinschaut WIE er das erreicht hat wird man in Jens Möllers „Die Da-Vinci-Formel“ fündig: Er hat die Erfolgsgesetze wunderbar auf den Punkt gebracht und seine Begeisterung für den Maler, Erfinder und Lebenskünstler ist ansteckend. Die Erkenntnisse über Da Vincis Schöpfungskraft, seine Lebens- und Arbeitsprinzipien können auch wir nutzen lernen: Es gibt für jedes der sieben Prinzipien einen „Coaching-Kompass“ für die praktische Umsetzung. Dazu gehören z.B. „Umgib dich mit inspirierenden Menschen“, „Klaue gute Ideen und perfektioniere sie“ oder „Verbinde das Unverbundene“. Das Ganze ist sehr unterhaltsam geschrieben, Leben und Werk Leonardos bildet den Rahmen dafür. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen: Es lohnt sich!

„nackt. Das Körper-Versöhnbuch für Frauen“ von Katrin Jonas

Etwas ganz Wunderbares kommt von Katrin Jonas: Ein Körper-Versöhnbuch für Frauen war schon lange überfällig! In einer Zeit, in der Selbstoptimierung und Perfektion auf Instagram gefeiert wird, ist es wichtig sich rückzubesinnen. Die Autorin bietet einen Einstieg dazu auf drei Ebene an: über die Figur, die Ernährung und Sexualität. Das Buch gibt praktische Hilfe auf dem Weg zur Körper-Versöhnung. Dafür macht man sich selbst nackt, um sich selbst ehrlich zu begegnen und zu versöhnen mit dem, was ist. Frau lernt, alte Glaubenssätze und Illusionen ziehen zu lassen und das eigene authentische Ich anzunehmen. Mit 12 Versöhnübungen, einem Körper-Versöhnritual und vielen guten Ideen. Nicht leicht, aber dann wunderschön! Das Buch ist aufklärend, respektvoll, nicht wertend und dabei sehr berührend.

„Das Wunder der Wertschätzung“ von Reinhard Haller

"Das Wunder der Wertschätzung" von Reinhard Haller © G&U Yogannetteblog.de

„Das Wunder der Wertschätzung“ von Reinhard Haller © G&U

Mit ernst gemeinter Wertschätzung kann man positive Energie freisetzen, Beziehungen stärken und gemeinsam wachsen. Denn sie aktiviert unser Belohnungszentrum im Gehirn und das erst ermöglicht Kreativität, Motivation und Beziehungsfähigkeit! Wenn man es also so betrachtet, kommen wir niemals in unsere Kraft, wenn wir uns selbst nicht wertschätzen. Und dann ist es ein kleiner Schritt hin zur Abwertung und Verletzung von Mitmenschen. Das erklärt leider so einiges in unserer Gesellschaft. Reinhard Haller bringt Fallbeispiele aus Alltag, Politik und Therapie und verdeutlicht auf unterhaltsame Weise, wie wirksam Wertschätzung ist. Damit verbunden erläutert er auch gleich Begriffe wie Ehre, Mitleid oder Empathie. Wenn wir lernen, andere stark zu machen, werden wir dadurch selbst auch stärker.

„Die Kraft der Wertschätzung“ von Eva Wlodarek

"Das Wunder der Wertschätzung" von Reinhard Haller © G&U Yogannetteblog.de

„Das Wunder der Wertschätzung“ von Reinhard Haller © G&U

In die gleiche Kerbe haut auch Eva Wlodarek und knöpft sie sich in Verbindung mit Anerkennung, Wertschätzung und Dankbarkeit vor. Sie erfüllen zentrale Bedürfnisse des Menschen: Wir wollen gesehen werden und wünschen uns, anerkannt zu werden. Werden wir gelobt, sind wir wie im Rausch. Leider gilt ja in Deutschland „nix gesagt, ist schon gelobt“. Das ist traurig, deshalb fragt Eva Wlodarek: Wie kann es gelingen, positive Aufmerksamkeit zu erhalten und auch anderen wertschätzend und dankbar zu begegnen? Das Buch enthält eine konkrete Anleitung, wie gute Beziehungen mit sich selbst und anderen entstehen: Gelungene Kommunikationsprozesse sind wertschätzend, verbessern den Umgang miteinander im Privatleben und im Beruf – und den Selbstwert in der Gesellschaft hin zu: „Das hast du gut gemacht!“

„Das heilende Selbst“ von Deepak Chopra & Rudolf E. Tanzi

"Das heilende Selbst" von Deepak Chopra © Irisiana Yogannetteblog.de

„Das heilende Selbst“ von Deepak Chopra © Irisiana

Bei den dreizehn Ratgeberbüchern im Dezember darf ein Deepak Chopra nicht fehlen: Mit seinem 7-Tage-Programm die Selbstheilung gibt er uns wieder ein Modell an die Hand, das über die künstlich gezogene Grenze zwischen Körper und Geist hinausgeht. Zusammen mit dem Neurowissenschaftler Rudolph Tanzi erläutert er, welche entscheidende Rolle unser Bewusstsein dabei spielt unser Immunsystem zu stärken und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren: Mit praktischen Tipps zu Ernährung, Entspannung und geistiger Entwicklung. Man soll so die Abwehrkräfte steigern, zahlreichen Krankheiten wie chronischen Entzündungen, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und sogar Alzheimer vorbeugen können. Im ersten teil des Buches geht es um den „Weg zur Heilung“, im zweiten ist das wöchentliche Aktionsprogramm: An jedem Wochentag gibt es ein Motto, beispielsweise entzündungshemmende Ernährung oder Stressabbau. Chopra zeigt Ernährungsfehler auf, vermittelt Grundsatzwissen, um sein Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.

„Wege zum Ich“ von Wiebke-Lena Laufer

"Wege zum Ich" von Wiebke-Lena Laufer © kamphausen Yogannetteblog.de

„Wege zum Ich“ von Wiebke-Lena Laufer © kamphausen

Und wenn wir schon dabei sind, möchten wir auch klar, selbstbestimmt und kraftvoll leben. Der Titel „Wege zum Ich“ von Wiebke-Lena Laufer schließt sich nachtlos an. Gelungen sind die Geschichten, um mit der Reise nach Innen trotzdem eine Verbindung zum Alltag herzustellen. Dabei ist es wichtig, die Verantwortung für das eigene Wohlergehen und Weiterentwicklung zu übernehmen. Nur so entfaltet sich das ICH, die Persönlichkeit wie auch weiter unten auch in „Entdecke deine Chakra-Persönlichkeit“ von Shai Tubali. Mit praktischen Übungen kann man gleich das neu erworbene Wissen anwenden. Es ist ein Arbeitsbuch, dass so viel Spaß macht, dass man sicherlich die eine oder andere Übungen täglich machen möchte. Denn „Wege zum Ich“ ist doch ein überraschend anderes Ratgeberbuch: Man arbeitet über die Sinne, das Fühlen und mit der Innenschau auf die eigenen Rätsel und Schätze. Das alles, ohne sich selbst Vorwürfe zu machen, und nur das auszuprobieren, worauf man Lust hat. Es ist, wie es ist! Ein echter Begleiter.

„Entdecke deine Chakra-Persönlichkeit“ von Shai Tubali

"Entdecke deine Chakra-Persönlichkeit" von Shai Tubali © mvg Yogannetteblog.de

„Entdecke deine Chakra-Persönlichkeit“ von Shai Tubali © mvg

Bei den Ratgeberbüchern habe ich auch das etwas andere Chakra-Buch besprechen dürfen! Ein super Gedanke: Über die Chakras das eigene Potenzial entfalten. Indem man sich ein Chakra nach dem anderen vornimmt, erkundet und erforscht, geht man seiner Persönlichkeit in vielen Facetten auf den Grund. Die sieben Typen sind

  1. Erschaffer
  2. Künstler
  3. Zielstrebigen
  4. Fürsorgenden
  5. Redner
  6. Denker
  7. Yogis

Die unsichtbare Energiezentren können helfen, das eigene Verhalten und die individuellen Bedürfnisse besser zu verstehen. Shai Tubali ist spiritueller Lehrer und Coach der daraus sieben Chakra-Persönlichkeitstypen erstellt: Welches Chakra bestimmt oder leitet mein Leben? Wo habe ich noch Bedarf nach Stärkung? Dadurch kommt man dahin, das eigenen Potenzial wirklich entfalten zu können. Grübelt man in spiritueller Hinsicht über seinen Lebensplan oder das Dharma, kann dieses Buch weiterhelfen. Über die sieben Energiezentren können Berufung, Weltanschauungen, Wahrnehmung, Erfahrung, Glück und Lebenssinn eigeordnet werden. Interessant: Man erfährt wie viele es von welchem Persönlichkeitstyp in der Bevölkerung gibt. Diese sind noch mal in drei Gruppen unterteilt:

  1. materiell-irdische Typen
  2. emotional-kommunikative Typen
  3. neutral-spirituellen Typen

Man erfährt wie man am besten nach seinem Chakra-Typ lebt und dazu gibt es in jedem Kapitel einen Selbsttest. Lesen!

„Gesundheit ist auch Gefühlssache“ von Albrecht Hempel

"Gesundheit ist auch Gefühlssache" von Prof. Dr. med. Albrecht Hempel © ZS Verlag Yogannetteblog.de

„Gesundheit ist auch Gefühlssache“ von Prof. Dr. med. Albrecht Hempel © ZS Verlag

Die Heilkraft der Emotionen: Wie Wut, Empörung, Verachtung, aber auch Hoffnung, Zuversicht und Liebe unsere Gesundheit beeinflussen. Der Kardiologe Prof. Dr. Albrecht Hempel forschte neben der Schulmedizin über Gefühle in seinem Praxisalltag nach. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Bedeutung der Gefühle für den Heilungsprozess total unterschätzt wird. Aha: Wenn man sich stößt, hilft pusten unbedingt! Gefühle funktionieren nach bestimmten Prinzipien und er erläutert, wo sie im Körper lokalisiert sind, wie sie steuerbar sind und welchen Gesetzmäßigkeiten sie unterliegen. Schwierige Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut dürfen nicht verdrängt werden. Wir müssen lernen, sie zu verstehen und positiv zu wandeln.

Drei Ratgeberbücher über das Sterben:
„Verbunden bis zuletzt“ von Dorothea Mihm

"Verbunden bis zuletzt" von Dorothea Mihm © Arkana Yogannetteblog.de

„Verbunden bis zuletzt“ von Dorothea Mihm © Arkana

Der eigenen Tod? Darüber möchten wir nicht nachdenken. Doch ist gerade die Yoga-Praxis die Vorbereitung auf diesen Übergang. Leider wird heute Sterben in Krankenhäuser ausgelagert, wie Dorothea Mihm als Palliativschwester und Vorreiterin für spirituelle Sterbebegleitung tagtäglich erlebt. Als Buddhistin hat sie darauf noch mal einen ganz besonderen Blick in ihren Büchern über das Sterben und die Sterbebegleitung: Es geht um die verschiedenen Phasen des Sterbeprozesses und den würdevollen Umgang mit diesem zentralen Transformationsprozess für Sterbende und deren Angehörige oder Begleiter. In „Verbunden bis zuletzt“finden sich dazu kraftvolle Rituale und (Atem-)Meditationen, die Praxis des Mitgefühls und der Vergebung. Es geht um Ängste vor dem Unbekannten, Verlust oder Schmerz und was dabei hilft: Loslassen.

„Anleitung zum guten Sterben“ & „Die sieben Geheimnisse guten Sterbens“ von Dorothea Mihm & Annette Bopp

"Die sieben Geheimnisse guten Sterbens" von Dorothea Mihm & Annette Bopp © Goldmann Yogannetteblog.de

„Die sieben Geheimnisse guten Sterbens“ von Dorothea Mihm & Annette Bopp © Goldmann

"Anleitung zum guten Sterben" von Dorothea Mihm & Annette Bopp © Goldmann Yogannetteblog.de

„Anleitung zum guten Sterben“ von Dorothea Mihm & Annette Bopp © Goldmann

Von Dorothea Mihm gibt es zwei ältere Bücher, sie sie mit der Sachbuchautorin Annette Bopp zusammen herausgebracht hat: „Anleitung zum guten Sterben“ und „Die sieben Geheimnisse guten Sterbens“. Als Palliativschwester kam sie Sterbenden in ihren letzten Stunden sehr nahe und versuchte immer, ihnen einen würdevollen Übergang zu ermöglichen. In diesen Büchern werden vor allem die Begleiter angesprochen und ein Leitfaden an die Hand gegeben (mit zusätzlicher Anleitungs-DVD):

  • Sterbehilfe
  • Patientenverfügung
  • Kommunikation über die „Basale Stimulation“

„Über die erlangte Erleuchtung stellt der Meister eine Bescheinigung aus“ von Klaus-Werner Stangier

"Über die erlangte Erleuchtung stellt der Meister eine Bescheinigung aus" von Klaus-Werner Stangier © Patmos

„Über die erlangte Erleuchtung stellt der Meister eine Bescheinigung aus“ von Klaus-Werner Stangier © Patmos

Ist das auch ein Ratgeberbuch? Hinter dem lustigen Titel verbirgt sich ein fiktives Gespräch zwischen Meister Eckhart und Zen-Meister Hakuin. Beide lebten in anderen Zeiten, kommen sich auf über die Definition von Spiritualität und Religiosität sehr nahe. Aus ihrem Denken heraus regt Religion zu Fragen an. Der Titel ist eher für Menschen, die sich für diese beiden Personen interessieren. Dabei stellt man sich natürlich selbst auch Fragen und reflektiert die eigene Haltung zu den sehr spirituellen Themen.

 

Das waren die Ratgeberbücher im Dezember. Im Januar werden neue oder wiederaufgelegte Yogabücher besprochen. Aber jetzt haben Sie ja erst mal Lektüre für den Jahreswechsel!

Annette Bauer

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