Zufriedenheit durch Energie

Was ist Energie überhaupt und wie kann ich sie lenken?  Was sind Energieräuber eigentlich? Und wie hängt das mit Zufriedenheit zusammen?

Zufriedenheit durch Energie

Wir können die benötigte und gewonnene Energie in vier Bereiche unterteilen:

  1. Arbeit
  2. Beziehungen (z. B. Familie, Freunde, Kollegen)
  3. Gesundheit (Bewegung, Schlaf, Ernährung)
  4. Erfüllung/Sinn

Da ist es sinnvoll zum einen hinzuschauen, wie viel Energie wofür wir aufwenden, und wo sie uns fehlt. Selbst wenn die Energie gut verteilt ist, gibt es im Leben Herausforderungen, für die wir extra Energie bereitstellen müssen. Unvorhergesehenes zum Beispiel. Oder es gibt Menschen, bei denen wir das Gefühl haben sie würden uns Energie „rauben“. Wobei ich diesem Gedanken hier auch gern noch mal anders einsortieren möchte.

Und dann ist ja immer die Frage, was hat das mit Yoga zu tun?

Nun, im Yoga geht es um Prana, die Lebensenergie, die in allem wohnt und alles durchdringt. Wir lenken Prana, reichern es durch Atmen, Nahrung und Bewegung an. Für das Lenken der Energie gibt es extra die Atemtechniken, man nennt sie Pranayama. In den meisten Yogakursen geht es um die Bewegung, die den Fluß des Prana unterstützt.

Allerdings ist das Mehr an Energie dann irgendwie im Körper unterwegs. Um sie zu nutzen, müssen wir sie verstehen und lenken. Dann kann die Konzentration auf den Atem zum Dreh und Angelpunkt werden, um nach innen zu gehen, über den Rückzug der Sinne und dann die Konzentration auf ein Objekt. Das kann zum Beispiel ein Mantra sein oder der Atem selbst. Erst durch das Lenken der Energie kommt der Geist zur Ruhe und Meditation wird möglich.

Was ist Energie? Und kann sie verschwendet werden?

Das ist wie beim Strom: Ist der Akku leer oder der Stecker nicht eingesteckt, haben wir keine Energie. Strom wird durch Bewegung erzeugt, also ist es nicht sinnvoll nur auf der Couch zu hängen. Nur rumzurennen und sich zu überfordern, kann aber auch zu einem großen Energieverbrauch führen. Wie immer zielt das Gute durch die Mitte. Also ausgeglichen haushalten ist hier entscheidend.

Was alles kostet uns Energie? Natürlich gehört dazu ein Übermaß an Herausforderung, Arbeit ohne Pausen, allen Anforderungen begegnen zu wollen. Ich sage bewusst „wollen“, denn wir haben immer die Wahl, worauf wir unsere Konzentration lenken. Das Lenken, also die Entscheidung treffen, ist der Schlüssel zu einem zufriedenem Leben:

Wenn ich mich auf zu viele Sachen konzentriere, bin ich nirgendwo richtig fokussiert. Möchte ich überall auch noch perfekt sein, ist der Speicher ratzfatz leer. Wir haben also festgestellt: Bewegung hilft. Gute Nahrung ist ebenfalls besser für den Motor und Pausen sind wichtig. Auch gern regelmäßig (aber nicht zu lange) auf der Couch! Woran merken wir, ob es zu viel ist: Klar, wir sind nicht in einem ausgeglichenen Zustand – und unzufrieden damit.

Wofür wenden wir Energie auf?

Nun ist also die Frage, wofür wendest du im Alltag deine Energie auf? Liegt dein Augenmerk auf deiner Karriere? Dann wirst du sicherlich mehr arbeiten. Yogisch betrachte ist jede Aufgabe, die wir vollbringen gleich viel wert. Es kommt immer auf die innere Haltung an und ob wir dabei im Gleichgewicht sind oder bleiben.

Ein zu Viel an Arbeit wird sich dann auch in den anderen Bereichen bemerkbar machen: Wie zum Beispiel schlechte Verdauung oder unruhiger Schlaf, bis hin zu Krankheiten oder auch schwierigen Beziehungen. Man kann sich das mal so überlegen: Es ist alles mit allem verbunden, ist irgendwo zu viel vorhanden, fehlt woanders etwas. Machst du gute Fortschritte bei der Arbeit und bist erfolgreich, dann ist es wichtig, deine soziale Seite mitwachsen zu lassen: Teilen, abgeben, andere unterstützen durch deine Zeit oder auch dein Geld. Sonst fehlt irgendwann der Sinn und der Ausgleich – das Ganze kippt.

Das Universum hat das so eingerichte

Wir sehen es an unserem Planeten: Je mehr wir ihn ausbeuten, umso schlimmer wird es in allen Bereichen. In der Tier- und Pflanzenwelt, bei den Ressourcen, aber auch im Umgang miteinander. Wenn alle sich alles erlauben gibt es weder Verbindlichkeiten noch wird Verantwortung übernommen. Wenn du an die Bestellungen ans Universum glaubst: Die funktionieren auch nur, wenn du deine Konzentration auf dein Ziel ausrichtest und dran bleibst, also Energie darein gibst. Sonst kann das Universum nicht sehen, wohin der Hase für dich laufen soll.

In der Beziehung sagt man, „wer mehr liebt, der muss mehr leiden“. Ich sage: Das ist kompletter Unsinn! Wer mehr erwartet vom anderen, DER wird enttäuscht. Also auch hier geht es um ein Geben und Nehmen. Wer nur gibt, verliert die Verhältnismäßigkeit aus den Augen

Das Leben – eine Herausforderung!

Nun gibt es aber spezielle Situationen. Wir benötigen eine Extraportion Energie. Da sie oft nicht bereitsteht, muss dafür etwas anderes zur Seite treten. Ob es um die Trauer durch einen Jobverlust oder um einen lieben Menschen geht, wir müssen uns dafür Raum und Zeit nehmen. Das kennt jeder, der sich an einer Abschlussarbeit abgerackert hat und danach in ein Loch fällt. Geist und Körper holen sich damit Energie zurück, die vorher überbeansprucht wurde. Neue Projekte müssen ja auch immer erst reifen und brauchen dann unsere ganze Aufmerksamkeit. Also auch dafür muss Extra-Energie bereitgestellt werden.

Man kennt das bei Frischverliebten: Sie haben nur Zeit und Raum für die oder den Einen. Das brauchen sie auch, denn es ist anstrengend! Denn so eine Situation überflutet die beiden mit Energie, die erst mal ausgelebt werden will! Also lass deinen besten Freundinnen beim nächsten Mal ganz viel Zeit und Raum, sie werden sich schon wieder bei dir melden!

Energieräuber

Und dann gibt es ja noch das Gerücht von Energieräubern. Ich denke, das ist oft ein Abgrenzungsproblem. Man selbst fragt nur „Wie geht es dir?“ und erhält stundenlang Auskunft über jedes noch so kleine Detail, das man gar nicht wissen wollte. Zum einen sind das Menschen, die die Grenzen von anderen nicht erkennen können (oder nicht respektieren wollen). Zum anderen könnte ich einfach mal selbst dem Gegenüber ins Wort fallen, um meine Frage zu präzisieren: „Wie geht es dir in dieser Situation/heute/damit…?“

Also Abgrenzung der Person, meiner Grenzen wahren und die Frage eingrenzen… Das sind viele Grenzen, und Yoga möchte eigentlich verbinden.

Wie passt das zusammen?

Wenn wir uns nicht mit unseren Grenzen zeigen, werden andere sie nicht erkennen können. Dann kann sich jeder bei mir nehmen, was ich gar nicht wirklich geben will. Also, wenn ich klarer damit bin, können wir uns wirklich miteinander wertschätzend verbinden und ich kann dann auch ehrlich und aufmerksam zuhören.

Das mag nicht jeder, aber ich mag auch nicht jeden!

Wer bei mir ein echtes Gespräch sucht, wird auch meine Fragen gt finden, nur so können wir gemeinsam wachsen.

Und das macht zufrieden. So einfach!

Beobachte diese Woche mal, wo du deine Energie herholst, wo du sie verschleuderst und wie du dich auch mal abgrenzen kannst. Was kann für dich dadurch entstehen?

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Annette Bauer

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