Disruptiv mit Yoga? Neue Klarheit durch Veränderung

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Schnelle Veränderungen wünscht sich jede*r, die*der schon mal eine schlechte Gewohnheit abstellen wollte. Und hat das für dich geklappt?

Eingetretene Pfade vs. bewährte Methoden

Meistens klappt das mit den guten Vorsätzen nicht. Wieso ist das so? Weil tiefsitzende Glaubenssätze eine Veränderung blockieren. Wenn du tief in dir nicht glaubst, dass du es schaffst, wirst du es auch nicht schaffen – was immer es ist!

Das nennt man auch im Yoga eingetretene Pfade oder Muster, Samsara. Wenn wir schlechte Gewohnheiten ändern wollen, müssen wir sie durch neue nach und nach “überschreiben”. Beruflich setzen Unternehmen inzwischen auf disruptive Methoden, denn wer hat so viel Zeit? Du Frage ist nur, ob das dann nachhaltig ist. Aber was ist disruptiv eigentlich?

„To disrupt“ bedeutet „unterbrechen“ oder „zerstören“. Den Begriff Disruption in der Unternehmensentwicklung stammt vom Wirtschaftswissenschaftler Clayton M. Christensen. Dabei geht es um das radikale Hinterfragen von Verfahren, Produkten, Geschäftsmodelle und Technologien. Bisher kamen die Meisten Neuerungen durch eine kontinuierliche Veränderung zustande. Doch durch die neue Beschleunigung, das Internet, neue Technologien, müssen alle Prozesse schneller ablaufen oder werden eben absichtlich zerstört. Das hört sich an wie eine Crash-Diät! Ob sie längerfristig funktioniert, weiß man erst hinterher.

Drei Möglichkeiten, Veränderungen anzugehen

Diese drei Möglichkeiten gibt es, wie du eine Veränderung auf den Weg bringen kannst. Funktioniert die eine nicht, schau dir die nächste an und probier sie aus:

  1. Du kannst effizienter werden, indem du die Abläufe verbesserst und den Aufwand minimierst.
  2. Indem du besser wirst, wie du es machst, wird der Prozess erneuert. Du ersetzt damit etwas Altes durch das Gleiche in neu. Das verändert aber noch nichts im System. Du lernst besser Salsa tanzen, hast aber damit noch keinen neuen Tanz gelernt.
  3. Disruptiv wird es, wenn du etwas transformierst: Du gehst neue Wege, probierst neue Techniken, andere Tänze, neue Orte aus. Du veränderst das System, indem du dich bewegst. Das führt zu Veränderungen in deinem Umfeld, z. B. einem neuen Tanzpartner und anderen Freunden. Und noch größer: Du kreierst einen neuen Tanz.

Disruptiv mit Yoga? Neue Klarheit durch Veränderung

Kontinuierliche Veränderungen können neue Produkte oder Abläufe sein, die aber das dazugehörige Umfeld nicht mit veränderten (im Beispiel oben 1 und 2). Disruptive Veränderung führen jedoch oft zu einem Perspektivwechsel und einer völligen Umstrukturierung des Marktes, einer Firma oder einer Herangehensweise (Möglichkeit 3). Das kann genauso in Beziehungen, im Sport, bei der Arbeit oder in Freizeitaktivitäten funktionieren. Sie verändert Sichtweisen und unter Umständen auch die Werte des ganzen Unternehmens oder eines Menschen. Dazu ist es wichtig, dass du deine Werte kennst. Vielleicht folgst du noch alten oder fremden Werte, die dir nicht mehr dienlich sind?

Beispiel: Das Internet hat das Postwesen verändert und digitale Prozesse wie wir denken und arbeiten: Von der Schallplatte über die CD hin zu mp3.

Ist es nachhaltig?

Die Antwort darauf wird sich erst später einstellen, anders als bei einer kontinuierlichen Entwicklung. Ganz ehrlich, alte Strukturen aufbrechen finde ich großartig. Hauruck-Methoden bergen jedoch die Gefahr, auch das Gute zu zerstören: Neue Denkweisen finde ich gut, sofortige Umsetzung schwierig. Transformationen sind aber leider oft schmerzhaft – und nötig.

Deshalb drücken sich fast alle davor: Wir betäuben uns und lenken uns ab. Steht schon länger ein Gespräch mit dem Partner an? Weißt du schon seit ein paar Jahren, dass der Job dich anödet? Sofortige Kündigung wäre disruptiv und vielleicht erleichternd, aber nicht klug – kontinuierlich nach neuen Jobs Ausschau halten aber schon. Ich finde radikal anders denken toll, also disruptiv denken ist nicht schlecht, aber Handlung die daraus resultieren, dürfen wohlüberlegt sein. Vielleicht nennt man das dann nicht mehr disruptiv?

Das Aufbrechen alter Strukturen: Transformation

Das ist natürlich gar nicht neu. Der Buchdruck wird ebenso wie die Entdeckung Amerikas völlig disruptiv auf die Bildung oder das Weltbild der Menschen damals gewirkt haben. Für Leonardo da Vinci war das auch schon vorher kein Problem: Er konnte wie kaum ein anderer out-of-the-box denken. Versuche dir das anzugewöhnen, eine andere Sichtweise einzunehmen, Gegenargumente zu sammeln und die Gegenseite zu verstehen.

Im Yoga geht es hierbei vor allem um deine innere Haltung: Woran hältst du fest? Was kannst du radikal neu denken? Der Kopfstand im Yoga ist ja nicht nur eine körperliche Übung: Eine Umkehrhaltung ermöglicht dir eine neue Perspektive einzunehmen. Wo in deinem Leben benötigst du gerade eine neue Sichtweise, um weiterzukommen? (Wenn du Kopfstand noch nie geübt hast, rate ich davon erst mal ab. Lass ihn dir von einem Yogalehrer LANGSAM beibringen – keine Hauruck-Aktion, bitte!)

Wie radikal kannst du denken?

Die Frage ist also, ob du bereit bist, dich selbst infrage zu stellen, dich aus einer anderen Perspektive anzuschauen und kritisch zu sein. Damit meine ich nicht, dich in Selbstzweifeln zu suhlen. Klar, es ist eine Kunst, fokussiert und ungeschönt auf das Thema zu schauen. Das üben wir auf der Matte im Yoga.

Du fühlst dich gerade ausgerichtet an, aber wie siehst du von außen aus und wie ist die Haltung eigentlich gemeint? Wenn du auf der Matte in der Stellung einrastest, dann ist das nicht Yoga! Du überprüfst immer wieder den Körper, den Atem und deine innere Einstellung zu dieser Position. Mit dem Atem spürst du immer tiefer hinein.

Stabil und leicht sollte jede Haltung sein, auf der Matte und im Alltag! Zeigst du im Alltag auch Rückgrat, also Haltung? Kannst du freudig jeden Tag deinem Spiegelbild begegnen? Wenn nicht kannst du mal auf deine negativen Glaubenssätze schauen, die dich noch abhalten. Natürlich ist das nur interessant für dich, wenn du dein volles  Potenzial leben möchtest. Möchtest du das oder bleibst du lieber wo du gerade bist?

Disruptive Führung

Nun schauen wir uns das mal führ Führungsfrauen an. Ich verallgemeinere mal: Männer sind eher bereit auf ein Risiko zu setzen. Frauen lesen lieber erst noch ein Buch oder machen eine Fortbildung! Getrieben ist dieses Verhalten aus dem Glaubenssatz: Ich bin nie gut genug. Ganz schlimm! Einfach nur das Gegenteil zu behaupten, wir mit deinem Unterbewusstsein nicht klappen. Der neue Glaubenssatz darf mit einem super-guten Gefühl gekoppelt sein. Man nennt das ankern.

Wozu sollte die Führungsfrau überhaupt disruptiv denken wollen oder können? Genau, klar, die Zeiten ändern sich, die alten Strukturen sind überlebt und funktionieren nicht mehr.

  • Die Veränderungsgeschwindigkeit im digitalen Bereich ist extrem hoch. Da benötigen wir alle Flexibilität, Eigenmotivation und Eigeninitiative. Wie rufst du das bei deinen Mitarbeitern, im Team oder deiner Familie hervor? Du erinnerst dich: Miteinander ist Trumpf!
  • Die Globalisierung, das Internet und durch den Wettbewerbsdruck wird alles komplexer als früher. Auch hierbei geht es um Flexibilität, die nur mit eigenverantwortlich handelnden und ermächtigten Mitarbeitenden in einem Netzwerk funktionieren kann. Einer allein kann nicht mehr alles überblicken.
  • Habe den Mut, auch gegen Widerstände neue Wege zu gehen: Dabei nutzt dir das stetige Hinterfragen der eigenen Strategien (radikales Hinterfragen). Ruh dich nicht auf Erreichtem aus: Dazu darfst du den Status Quo regelmäßig stören und bewusst Fehlschläge in Kauf nehmen. Bleibe dabei immer im Gespräch mit deinem Team, damit sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.
  • Übertreibe es aber nicht: Disruptive Vorgehensweisen können den normalen Betrieb völlig zum Erliegen bringen und die Mitarbeiter haben dann keine Chance, sich an neue Abläufe zu gewöhnen.

Hast du mal 5 Minuten?

Hier kommen wieder 5 Reflexionsfragen für dich, von denen du dir immer nur eine pro Tag vornehmen solltest. Versuche nicht alle  sofort “abzuhaken”, sondern versenke dich 5 Minuten lang in deine Antworten. Frage dich und schreibe ohne abzusetzen:

  • Wenn ich von vorne beginnen könnte: Was würde ich anders machen?
  • Für welche Werte will ich stehen?
  • Was müsste ich tun, um mein Ziel zu erreichen?
  • Glaube ich daran, dass ich dieses Ziel erreiche? Wenn nicht, was glaube ich jetzt?
  • Was hält mich davon ab, mit meinem Vorhaben zu beginnen – jetzt?

Ich hoffe, da war etwas für dich dabei. Ich bin gespannt, was du disruptiv anstellst. Schreib mir gern deine Erfahrungen oder komm für einen Austausch in meine Facebookgruppe: Annette Yoga Lifestyle Hacks.

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Annette Bauer

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